Weltspartag oder ein Hoch auf das Sparen

Am 30.10.2014 war Weltspartag. Dieser „Gedenktag“ jährt sich heuer schon zum 90. Mal. Ja und wird sich der eine oder andere fragen? Naja wenn das nicht Anlass genug ist, einen Blogbeitrag zum Thema „Sparen“ zu schreiben. 😉

Sparen – was ist das eigentlich?

In Anlehnung an die volkswirtschaftliche Theorie bedeutet sparen in erster Linie Konsumverzicht. Ein Teil des zur Verfügung stehenden Haushaltseinkommens wird zurückgelegt. In aller Regel ist mit dem Sparen ein Ziel verbunden. So legt man z.B. Geld für eine geplante Anschaffung, für die Altersvorsorge, für „schlechte Zeiten“ oder für die persönliche Finanzielle Freiheit zurück. Das gesparte Geld bringt man idealerweise zur Bank und investiert es in renditeträchtige Wertpapiere.

Sparen oder nicht sparen – wie schaut es aus im Land?

Sparen ist in der heutigen Zeit nicht wirklich sexy. Insbesondere junge Menschen fragen sich, warum sie im „hier und jetzt“ denn auf Konsum verzichten sollen? Wie die Statistik des DSGV belegt haben 50 Prozent der heute unter 30 Jährigen noch keine Maßnahmen zur Absicherung der finanziellen Zukunft ergriffen / geplant. Über alle Altersgruppen hinweg betrachtet liegt der Anteil der „Nichtsparer“ immerhin noch bei 35 Prozent – was in meinen Augen immer noch eine „Menge Holz“ ist.

Weltspartag

Quelle: Deutschen Sparkassen- und Giroverbands

Warum sparen Menschen nicht (mehr so viel)?

Aus meiner Sicht gibt es 3 wesentliche Gründe warum Menschen nicht sparen.

  1. Mangelnde finanzielle Bildung
    Vater Staat wird’s schon richten … wozu zahle ich sonst jeden Monat in die Rentenversicherung ein. Aber das die Rente heute nicht mehr „sicher“ bzw. ausreichend ist, sollte im Jahr 2014 wirklich jeder verstanden haben. Private Vorsorge ist mittlerweile erste „Bürgerpflicht“. Doch es dürfte schwierig werden diese (flächendeckend) erfolgreich in der Praxis umzusetzen. Denn laut einer Umfrage der ING Diba unter erwachsenen Deutschen gebe es hierzulande 35 Millionen finanzielle Analphabeten. Die „Macht“ von Zins- und Zinseszins bei einer entsprechenden Laufzeit ist vielen Menschen nicht klar.
  2. Aufschieberietis oder das „Heute nicht“ Phänomen
    Wer kennt das nicht – ach das mache ich morgen … oder anders gesprochen, warum soll ich mich als 20 oder 30 Jähriger mit dem Thema Sparen (fürs Alter) beschäftigen? Wer keine Antwort auf diese Frage hat, sollte unbedingt weiterlesen …
  3. Schlechtes Image – Sparsamkeit = Geiz
    Manche Menschen verwechseln Sparsamkeit mit Geiz und wer ist schon gerne ein Geizhals? Zugegeben zwischen Sparsamkeit und Geiz liegt manchmal nur ein schmaler Grat, den man tunlichst nicht verlassen sollte. Denn wenn sparen zur „Sucht“ wird und in Geiz umschlägt ist das häufig ungesund.

Warum sollte der Mensch dennoch sparen?

Spare in der Zeit dann hast Du in der Not! So lautet ein altes Sprichwort aus dem Volksmund. Mit anderen Worten im Sommer (Jugend) ist es an der Zeit sich einen Vorrat für den Winter (Alter) anzulegen. Tun wir das nicht kann es uns unter Umständen so ergehen, wie den Protagonisten in der verlinkten ZDF Doku.

Sicherlich sind die in der Doku vorgestellten Personen / Schicksale „extrem“. In aller Regel braucht es jedoch solche Extrema, damit der Mensch aufwacht und handelt. Getreu dem alten Sprichwort: „ Warum muss immer erst was Schlimmes passieren, bevor man …“

Aus meiner Sicht kommt es daher im ersten Moment nicht darauf an wieviel man spart, sondern das man damit anfängt und es vor allem regelmäßig wieder tut. Dank Zins- und Zinseszins kann auch aus einer monatlichen Sparrate zwischen 20 und 50 Euro innerhalb von 20 / 30 Jahren ein kleines Vermögen werden. (An Hand konkreter Beispiele könnt ihr das hier und hier nachvollziehen)

Hierzu gehört (in Abhängigkeit der persönlichen Einkommensverhältnisse) sicherlich eine gute Portion Disziplin. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist es, einen Dauerauftrag am Monatsersten anzurichten, um die gewünschte Sparrate gleich auf das Tagesgeldkonto zu überweisen. Sonst läuft man Gefahr, dass am Monatsende kein Geld zum Sparen mehr übrig bleibt 😉

Die Sparfalle oder ewig lockt die Werbung

Beim Elektronikhändler des Vertrauens gibt es gerade den super coolen 55 Zoll Flat LED TV für sagenhaft günstige 699,- Euro statt für 799,- Euro.
Wow, da habe ich doch 100,- Euro gespart! Naja nicht wirklich, denn zunächst habe ich 699,- Euro ausgegeben – obwohl mein „alter“ 42 Zoll LCD Fernseher noch super läuft. Okay er hat natürlich weniger technische Spielereien, aber diese hat mich bisher auch nicht gestört!

Konsum sollte als bewusste Entscheidung verstanden werden. Vor „jeder größeren“ Anschaffung stelle ich mir deshalb die Frage, brauche ich das wirklich / will ich mir das leisten? Erst wenn ich die Frage für mich positiv beantworten kann, mache ich mich auf die Suche nach dem besten Preis / Leistung / Wohlfühlverhältnis.

Und wenn ich dann bei solch einem Einkauf auch wirklich noch sparen möchte, dann packe ich die Differenz zwischen dem ursprünglichen Kaufpreis und dem reduzierten Preis (zunächst) aufs Tagesgeldkonto. Damit habe ich mein Wohnzimmer mit einem neuen Fernseher und gleichzeitig mein Tagesgeldkonto mit 100,- Euro „verschönert“.

Fazit

Leben (hier und heute) und Sparen (morgen und übermorgen) lassen sich regelhaft unter einen Hut bringen. Wie so häufig im Lebens, ist das alles nur eine Frage des (nicht) Wollens und nur in wenigen Fällen eine Frage des (nicht) Könnens.

Auch in Zeiten von „mageren“ Zinssätzen gilt: Zeit und Zinseszins werden es richten – es dauert nur etwas länger ;-).

Foto: © Lilo Kapp / pixelio.de

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