VG Wort – passives Einkommen für Blogger?!

Im Oktober diesen Jahres hat die VG Wort 5,6 Mio. Euro zur Ausschüttung an Online-Autoren und Verlage bereitgestellt. Auch ich habe eine kleine Auszahlung der VG Wort erhalten. Zunächst einmal herzlichen Dank fürs fleißige Artikellesen – denn ohne Leser / Klicks keine Ausschüttung.

VG Wort

Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) ist ein von Autoren und Verlagen im Jahre 1958 gegründeter Verein. Vereinszweck ist die Wahrung der Vergütungsansprüche seiner Mitglieder und Wahrnehmungsberechtigten insbesondere aus der Zweitverwertung von urheberrechtlich geschützten Werken. Die Tätigkeit der VG Wort wird vom Deutschen Patent- und Markenamtes überwacht (sogenannte Staatsaufsicht).

Seit 2007 können auch reine Online-Autoren – sprich Blogger ihre Rechte für „Texte im Internet“ durch die VG Wort wahrnehmen lassen. Eine spätere Auszahlung ist jedoch von mehreren Faktoren abhängig.

Teilnahmevoraussetzungen

Zunächst muss sich der geneigte Blogger bei der VG Wort anmelden. Dies geschieht elektronisch über die Webseite der VG Wort „Texte Online Melden“ oder kurz TOM. Diese elektronische Anmeldung muss durch Übersenden eines unterschriebenen Wahrnehmungsvertrags/einer Meldesystemregistrierung innerhalb von drei Monaten nach der Online-Anmeldung vervollständigt werden. Hierzu einfach das angezeigte Formular ausdrucken, unterschreiben und mit der Post nach München schicken.

Vergütet werden alle (urheberrechtlich geschützten) Texte mit einem Mindestumfang von 1.800 (Tastatur)Anschlägen. Diese 1.800 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Satzzeichen) kommen bei einem durchschnittlichen Blogbeitrag mit 300 bis 400 Wörtern locker zusammen.

Weiterhin muss eine gewisse Mindestanzahl an Lesern / Zugriffen erreicht werden. Diese Zahl lag in diesem (wie auch schon im letzten Jahr) bei 1.500 Zugriffen.
Wurden beide Bedingungen je Blogbeitrag im Jahr 2014 erfüllt, gab es hierfür im Oktober 2015 eine Auszahlung in Höhe von 12 Euro.

Zählmarke einbauen

Zwecks Zählung der Zugriffe auf die einzelnen Texte müssen diese mit einer Zählmarke versehen werden. Die Zählmarken lassen sich im 20ger Pakte (oder auch größer) von der VG Wort Seite herunterladen. Bei den Zählmarken handelt es sich um einen Zählpixel mit einer eineindeutigen Identifikation nach folgendem Muster:

<img src=“http://vg01.met.vgwort.de/na/abcdefghijk“ width=“1″ height=“1″ alt=““>

Aus diesem Grund muss jeder Text mit einer eigenen Zählmarke versehen werden. Die geschieht entweder manuell oder mittels eines entsprechenden WordPress Plugins.
Persönlich baue ich alle Zählmarken per Hand ein. Hierzu verwalte ich meine heruntergeladenen Zählmarken in Excel und kopiere den HTML Text der gewünschten Zählmarke mittels „Copy + Paste“ in den jeweiligen Artikel. Anschließend vermerke ich in der Excel Datei, in welchem Artikel die Zählmarke eingebaut wurde.

Meldung

Bevor es Geld gibt, muss sich der Blogger erstmal melden. Netterweise erhält man von der VG Wort im Sommer eines jeden Jahres einen entsprechenden Hinweis per E-Mail.
Nachdem man sich im TOM Portal angemeldet hat, filtert man sich die Zählmarken mit erreichtem Mindestzugriff heraus.

Dann rollt die „Copy und Paste“ Maschine los. Es müssen Überschrift, Blogbeitragstext und die URL des jeweiligen Blogbeitrags erfasst werden. Glücklicher weise muss man diese Angaben pro Blogbeitrag nur einmal erfassen. Im Folgejahr sind somit nur noch für Beiträge, die erstmals die Mindestzugriffszahl geknackt haben die entsprechenden Angaben zu hinterlegen.

Meldeschluss ist der 31. August eines jeden Jahres.

Aktuelles EuGH-Urteil

In dieser Woche haben die Richter des Europäischen Gerichtshofes Teile der bisherigen Verteilungspraxis von Verwertungsgesellschaften für rechtswidrig erklärt. Das Urteil bezieht sich auf die Klage eines Autors gegen eine belgische Verwertungsgesellschaft. Streitpunkt war die Aufteilung der Ausschüttung zwischen Autor und Verlag. Laut Gerichtsurteil haben Verlage nicht ohne weiteres Anspruch auf eine Ausschüttung.

In Deutschland ist eine ähnliche Klage gegen die VG Wort vor dem Bundesgerichtshof anhängig. In wie weit der BGH eine andere Rechtsmeinung als der EuGH vertreten kann bleibt abzuwarten …
Ebenfalls abzuwarten bleibt, welche Auswirkungen das kommende BGH Urteil auf zukünftige Ausschüttungen (insbesondere für „Texte im Internet“) hat.

Fazit

Wer einen gut laufenden Blog mit vielen interessanten Artikel betreibt, kann durch die VG Wort Erlöse einen weiteren (passiven) Einkommenstrom generieren. Für jeden Blogbeitrag, der die genannten Voraussetzungen erfüllt gibt es 12 Euro. Bei 10 Blogbeiträgen macht das 120 Euro, bei 100 Blogbeiträgen 1.200 Euro und bei 1.000 Blogbeiträgen macht das … 😉

 Welche Erfahrungen habt Ihr mit der VG Wort gemacht?

© 2015, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

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One Response

  1. Alex von Reich-mit-Plan.de 20. November 2015

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