Verkaufen auf dem Amazon Marketplace

Insbesondere auf amerikanischen Blogs stößt man immer wieder auf Menschen, die Nebenbei oder gar „hauptberuflich“ alle möglichen Produkte (z.T. Neuware) auf dem Amazon Marketplace verkaufen. Da ich immer auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen bin, habe ich mich mal mit diesem Thema näher beschäftig.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Der Gewinn liegt im Einkauf!“ Oder anders gesagt die Produkte werden billig (on- bzw. offline) eingekauft und teurer via Amazon weiterverkauft. Wer es ein wenig (wirtschafts)wissenschaftlicher mag, kann sich dem Ganzen auch unter dem Stichwort Arbitrage nähern 😉

Die Zutaten

Beschaffungsmöglichkeiten

Preisunterschiede für die gleichen Produkte gibt es sowohl online als auch offline.

Online-Quellen

In der Regel handelt es sich hierbei um zeitlich beschränkte Sonderangebote / Rabattaktionen / Gutscheinangebote. Infos hierzu finden sich auf entsprechenden Internetplattformen (z.B. sparblog.de oder sparbote.de). Selbst auf der Amazon- Plattform lassen sich Preisunterschiede nutzen. Unter dem Stichwort „Black Friday“ veranstaltet Amazon jedes Jahr im Herbst einen großen „Schlussverkauf“. Hier lassen sich durchaus Schnäppchen im Bereich Technik und Spielzeug machen, die sich im anschließenden Weihnachtsgeschäft wieder teuer verkaufen lassen.

Offline-Quellen

Hier kommt grundsätzlich jeder Supermarkt, Baumarkt sowie jeder Einzelhändler vor Ort in Frage. Denn auch hier lassen sich durch (zeitlich und örtlich befristete) Sonderaktionen Schnäppchen ergattern. Gleiches gilt für Räumungsverkäufe und Geschäftsaufgaben. Wer solche Angebote finden und nutzen möchte muss sich allerdings durch die entsprechenden Werbe-Prospekte der Händler fräsen sowie den Kleinanzeigenteil der lokalen Zeitung durchforsten. Wer seine Prospekte online am Bildschirm lesen möchte sollte mal kaufda.de ausprobieren. Einfach die eigene PLZ eintippen und schon kann man die entsprechenden Prospekte durchklicken …

Als weitere Möglichkeit sind Second-Hand-Läden und Flohmärkte zu nennen. Auch hier gibt’s (Neu)ware zum „Schnapper-Preis“.

Welche Produkte verkaufen sich bei Amazon zu welchem Preis

Online-Shopping

Wer seinen Webbrowser bedienen und in einem weiteren Fenster die Amazon-Seite öffnen kann ist schon fast am Ziel. In die Suchmaske das gewünschte Produkt eintippen und auf die Lupe klicken. Dann noch im richtigen Reiter „gebraucht“ oder „neu“ nachschlagen und schon seht ihr wer derzeit dieses Produkt in welchem Zustand zu welchem Preis anbietet. An Hand des aktuellen Verkaufspreises könnt ihr zugleich eure mögliche Marge ermitteln. Unter Risikogesichtspunkten sollte der „vorsichtige Kaufmann“ die Marge nicht zu knapp werden lassen. Sofern die Marge entsprechend groß ist, kann man bei Preissenkungen der Konkurrenz entspannt „mitziehen“ ohne gleich Verluste einzufahren. Ferner fordert Amazon in Form der Verkaufsgebühr auch seinen Anteil ein. Die Verkaufsgebühr liegt aktuell zwischen 7 Prozent für Elektronik und 45 Prozent für Zubehör der diversen Amazon Geräte.

Bei Büchern kalkuliere ich in Abhängigkeit vom Verkaufsrang (siehe weiter unten) daher mit einer Mindestmarge von 100 Prozent. Was sicherlich im ersten Moment ziemlich viel klingt, sich aber in Anbetracht von 15 Prozent Verkaufsgebühr, einer nur anteiligen Gutschrift der Versandkosten und eines gewissen „Preiskampfes“ relativiert.

Da der angezeigte Preis auf der Amazon Webseite nur einen Momentaufnahme ist und sich die Preise bei Amazon z.T. wie an der Tankstelle ändern, solltet ihr auf jeden Fall einen Blick in die Vergangenheit werfen. Wer gerne wissen möchte, ob es z.B. saisonale Preisschwankungen gibt, der sollte sich die Preisentwicklung seiner Wunschartikel auf der CamelCamelCamel-Seite anzeigen lassen. Leider sind noch nicht für alle Produkte auf der deutschen Amazon-Seite die historischen Daten verfügbar.

Mit der Anzahl der Mitbewerber gibt es schon einen ersten Hinweis, ob es sich lohnt dieses Produkt selber zu verkaufen. Eine hohe Anzahl an Verkäufern lässt auf ein attraktives Produkt schließen. Aber warum sollte der Käufer bei über 100 Verkäufern ausgerechnet bei Euch kaufen? Solltet ihr der günstigste Anbieter für dieses Produkt sein – okay, aber auch die Konkurrenz kann die Preise senken … von daher sollte die Konkurrenz nicht zu groß aber auch nicht zu klein (sprich nicht vorhanden sein). Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, aber es sollte auch nicht zu viel sein ;-).

Einen weiteren Blick solltet ihr auf die Bewertung der Produkte werfen. Wieviel Sterne bei welcher Anzahl von Bewertungen hat das Produkt und vor allem, von wann ist die letzte Bewertung. Denn wer kauft schon gerne ein altes Produkt mit Qualitätsmängeln?

Solltet ihr ein Produkt mit wenig Konkurrenz und guten / zeitnahen Bewertungen gefunden haben, solltet ihr euch den „Verkaufsrang“ bzw. „Beststellerrang“ anschauen. Je niedriger dieser ist desto sicherer ist es, dass es sich bei dem Produkt um keinen Ladenhüter handelt. Der Verkaufsrang wird in Abhängigkeit der tatsächlichen Verkäufe z.T. stündlich aktualisiert. Auf diversen Blogs findet man Beiträge, die auf Grund des Verkaufsrangs auf die tatsächliche Anzahl der Verkäufe schließen – ob es tatsächlich stimmt kann ich nicht sagen.

Was ich jedoch für Bücher sagen kann ist, dass ein Verkaufsrang von kleiner 10.000 ein sehr guter Verkaufsindikator, ein Verkaufsrang von kleiner 100.000 ein guter Verkaufsindikator und ein Verkaufsrang von kleiner 1.000.000 ein eher durchschnittlicher Verkaufsindikator ist. Auf der Amazon-Seite wird jedoch immer nur der aktuelle Stand angezeigt. Also auch hier wieder einen Blick in die Vergangenheit via CamelCamelCamel werfen.

Offline-Shopping

Dank Smartphone und zugehörigen Apps hat man auch unterwegs Amazon immer dabei. Am (amerikanischen) Markt gibt es mehrere Anbieter die entsprechende Datenbanken zur Verfügung stellen. Die Datenbanken lassen sich im Speicher des Telefons ablegen. So ist man auch ohne bestehende Mobilfunkverbindung jederzeit „auskunftsfähig“. Mittels Handy-Kamera wird einfach der Barcode des Produktes gescannt und schon sieht man die aktuellen Amazondaten des Produktes (Verkaufspreis, Verkaufsrang, Anzahl der Verkäufer, Amazonpreis, Amazonprovision) auf dem Handydisplay. An Hand der gezeigten Daten ist die anschließende Kauf- bzw. Nichtkaufentscheidung ein Kinderspiel. Diese Transparenz hat natürlich ihren (monatlichen) Preis. In aller Regel werden die Apps im Rahmen eines um Abo-Modells angeboten. Die monatlichen Kosten liegen zwischen 9 und 39 USD. Ferner setzen die Apps einen Amazon-Profi-Account voraus. Für diesen berechnet Amazon 39 Euro im Monat.

Wer es für den Anfang zunächst kostengünstig mag, der lädt sich die Amazon-Seller-App auf sein Handy. Der Funktions- und Informationsumfang ist annähernd mit den kostenpflichtigen Apps vergleichbar. Allerdings setzt die Amazon-App eine funktionierende Mobilfunkverbindung voraus und soll nicht zuletzt dadurch um einiges langsamer sein als die kostenpflichtige Konkurrenz.

Für den Einstieg würde ich auf jeden Fall die Amazon-App empfehlen. Diese nutze ich momentan auch (noch).

Zeit, Gelegenheit und Lagermöglichkeiten

Wer im (Geschäfts)leben erfolgreich sein möchte muss entsprechend investieren … allen voran Zeit. Zeit zur Recherche, Zeit zum online stellen der Artikel, Zeit für Verpackung und Versand und nicht zuletzt Zeit für den Kundenservice. Da können – je nach Umfang der gelisteten Artikel – pro Woche einige Stunden zusammenkommen.

Hat man sich die benötigte Zeit „freigeschaufelt“ braucht es natürlich auch entsprechende Gelegenheiten sprich Beschaffungsmöglichkeiten. In einer Großstadt / einem Ballungsraum ist es sicherlich wesentlich einfacher „Quellen aufzutun“ als auf dem Lande. Auch hierfür benötigt man natürlich (extra) Zeit. Wer z.B. Bücher verkaufen möchte sollte zunächst im Internet einmal nach Bücherflohmärkten suchen sowie die lokalen Büchereien abklappern.

Hat man dann die gewünschten Produkte endlich zu Hause, muss man sie natürlich bis zum Verkauf auch lagern. Hilfreich hierbei ist ein großer (trockener) Keller, Dachboden oder Garage. Denn wer möchte schon im heimischen Wohnzimmer ein Warenlager eröffnen 😉 ? Wer (wie ich) nicht über üppige Lagerkapazitäten verfügt hat 2 Möglichkeiten: weniger einkaufen oder Lagerung und Versand durch Amazon erledigen lassen. Das neudeutsche Zauberwort für letzteres heißt „FBA – Fulfillment by Amazon“. Gegen eine geringe monatliche Gebühr (bei Büchern zw. 1 und 3 Cent) lagert Amazon eure Artikel in einem seiner Logistikcenter. Hierzu versendet ihr einfach eure Waren in einem Sammelpaket an Amazon. Im jeweiligen Logistikcenter werden die Waren bis zum Verkauf gelagert und anschließend verpackt und verschickt. Die von Amazon hierfür berechneten Versandkosten liegen oberhalb der Kosten einer Büchersendung. So kostet der Versand eines durchschnittlichen Taschenbuchs 1,50 Euro inkl. MwSt. (Zum Thema FBA gibt es hier einen gesonderten Artikel.)

Fazit

Wer Spaß am Handel(n) hat kann sich durch den Warenverkauf auf dem Amazon Marketplace einen soliden Nebenerwerb aufbauen. Natürlich braucht es hierfür gerade am Anfang „Blut, Schweiß und Tränen“. Ferner solltet ihr nicht gleich für hunderte von Euro Waren einkaufen. Fangt mit Waren an, die es für kleines Geld zu kaufen gibt – wie z.B. Bücher, Brettspiele, Puzzle usw.
Persönlich habe ich Blut geleckt und werde in diese Aktivitäten weiter Zeit und Geld investieren und natürlich auf meinem Blog hierüber berichten.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Amazon Verkauf gemacht und welche Tipps habt Ihr?

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Foto: © Roland Bieberbach / pixelio.de

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