Verkauf von gebrauchten Büchern – Teil 2

Wie verkaufe ich meinen geerbeten Bücherschatz?

Im vergangenen Blogbeitrag habe ich die Verkaufsmöglichkeiten von Büchern über die diversen Internet-Ankaufsplattformen näher betrachtet. Im heutigen Beitrag geht’s um den Verkauf von Büchern in Eigenregie. Auch hier gibt es (nicht wirklich überraschend) mehrere „Vertriebskanäle“:

  1. Amazon
  2. Diverse Buch- bzw. Medienverkaufsplattformen
  3. eBay bzw. eBay-Kleinanzeigen
  4. Flohmark

Im Folgenden findet Ihr jeweils eine kurze Beschreibung zum Handling sowie zu den Vor- und Nachteilen.

Amazon

Das Kaufhaus der 1 Mio. und mehr Dinge im Internet bietet über den Amazon Marketplace die Möglichkeit für Dritte (Private und Händler) Produkte über die Amazon-Webseite zu verkaufen. Hierzu ist ein Verkäuferkonto erforderlich. Dies lässt sich recht einfach an das bestehende Kundenkonto anhängen (oder auch völlig losgelöst hiervon erstellen). Dann noch ein paar Angaben zur Person (u.a. Angaben aus dem Personalausweis) und zur Bankverbindung gemacht und schon kann es mit dem Verkaufen losgehen.

Nachdem man den Buchtitel im Amazon Katalog gefunden hat, folgt man einfach dem Link „Bei Amazon verkaufen“ und trägt hier die entsprechenden Details wie Zustand (Amazon FAQ beachten) und Verkaufspreis ein. Vor dem speichern und veröffentlichen bekommt man noch die Amazon Verkaufsgebühren und den für den Verkäufer verbleibenden Betrag angezeigt.

Vorteil:
Verkaufen bei Amazon ist genauso einfach wie Einkaufen – mit wenigen Kicks erledigt. Einer von mehreren Millionen Amazon Kunden kann nun sofort das eingestellte Buch kaufen. Eine Gebühr wird (beim Basic-Verkaufskonto) nur beim Verkauf der Bücher erhoben.

Nachteil:
Amazon ist ein Multimillionen Dollar Konzern und spielt mit entsprechend harten Bandagen. Im Internet finden sich immer wieder Beschwerden von privaten Verkäufern, dass Kunden die Ware zurückgeben wollen (14 Tage Rückgaberecht) bzw. auch dass die Ware (angeblich?) nicht angekommen sei. Im Streitfall greift für den Kunden die Amazon A-Z Garantie und der Kunde bekommt sein Geld von Amazon erstattet. Amazon wiederum hält sich natürlich am Verkäufer schadlos und holt sich den bereits ausbezahlten Verkaufspreis zurück. U.a. hierfür gibt man im Rahmen der Verkäuferanmeldung eine Kreditkarte oder ein Einzugsermächtigung für ein Girokonto an. Amazon sitzt hier momentan einfach am längeren Hebel. Als privater Verkäufer kann man hier entweder zu den Amazon-Bedingungen mitspielen oder es sein lassen.

Den Zugang zum Millionenpublikum lässt sich Amazon natürlich fürstlich bezahlen. Auf eine Gebühr beim Einstellen wird verzichtet. Diese wird jedoch faktisch beim erfolgreichen Verkauf erhoben – hier sind pro Buch 99 Cent fällig. (Im Profi-Verkäuferkonto entfällt diese Gebühr, hier zahlt man pro Monat 39 Euro pauschal). Hinzu kommt eine variable Verkaufsgebühr in Höhe von 15 Prozent. Ferner „gönnt“ sich Amazon noch 1,01 Euro aus den maximal zu zahlenden 3 Euro Versandkosten. Obendrauf kommt dann noch die Umsatzsteuer.

Bei einem Verkaufspreis von 10 Euro + 3 Euro Versandkosten erhält der private Verkäufer eine Auszahlung in Höhe von 8,83 Euro. In Summe fallen somit 4,17 Euro Gebühren an. Dies entspricht rund 32 Prozent des Verkaufspreises inkl. Porto (Es gilt jedoch: je höher der Verkaufspreis, desto weniger fallen die beiden fixen Gebühren ins Gewicht)

Booklooker

Der „Buch-Beschauer“ ist eine reine Verkaufsplattform für Bücher und sonstige Medien. Nach eigenen Angaben sind rund 1, 5 Mio. Kunden auf diesem Marktplatz angemeldet.
Die Anmeldung geht zügig von der Hand. Die üblichen Benutzerdaten und ein Passwort sind anzugeben. Weiterführende Daten zur Person aus dem „Perso“ sind hierbei nicht erforderlich. Dann noch die Infos zu den Zahlungswegen (paypal, Rechnung, Vorkasse) sowie zu den Versandbedingungen pflegen und schon kann das Einstellen beginnen.

Am einfachsten geht das, wenn man die ISBN Nummer zur Hand hat. An Hand dieser Nummer wird die Verkaufsmaske bereits mit den bei booklooker vorhandenen Infos vor befüllt. Nach dem man den Zustand sowie den Verkaufspreis eingepflegt hat, wird die booklooker Provision errechnet und angezeigt und das Buchangebot kommt in eine Prüf(warte)schleife. Nachdem eine (wie auch immer geartete) Prüfung durch booklooker erfolgreich durchgeführt wurde (kann ein paar Stunden dauern) ist das Buchangebot online.

Vorteil:
Booklooker ist ein spezialisierter Marktplatz für Bücher und Medien mit einer soliden Kundenbasis. Die Verkaufsprovision ist (im Vergleich zur „Zone“ und zur „Bucht“) mit 8,21 Prozent (inkl. MWSt) erfreulich niedrig. Die Provision wird nur auf den Buchpreis und nicht auf die Versandkosten berechnet.)

Ferner kann man als privater Verkäufer z.B. eine Rücknahme der Ware ausschließen. Weiterhin trägt booklooker bei privaten Verkäufern das Risiko, dass die Ware nicht beim Käufer ankommt (unversicherter Versand ohne Nachweis ist beim Buchverkauf bekanntlich die Regel). Interessant finde ich ferner die Möglichkeit den eigenen „Warenbestand“ in einer Excel-Datei vor zu erfassen und anschließend hochzuladen.

Nachteil:
Im Vergleich zur „Zone“ und zur „Bucht“ ist das Verkaufspotential sicherlich geringer. Eingestellte Bücher (Schnäppchenpreise mal außen vor) werden sich daher sicherlich nicht „über Nacht verkaufen“. In der Übersicht „Meine Angebote“ kann man jedoch jederzeit sehen, ob sich potentielle Käufer das eigene Angebot zumindest schon einmal angeschaut haben.

Abebooks

Hierbei handelt es sich um einen international ausgerichteten Büchermarktplatz, u.a. mit einem deutschen Webauftritt. Das Unternehmen gehört seit 2008 zum Amazon Konzern. Wer seinen Bücher auf dieser Plattform selber verkaufen möchte (ein Ankaufservice wird auch angeboten) muss zunächst eine monatliche Grundgebühr (ab 15 Euro für bis zu 250 Bücher) bezahlen. Hinzu kommt eine Verkaufsprovision von 8 Prozent. Sollte der Kunde mit Kreditkarte zahlen werden nochmals 3,5 Prozent Gebühren fällig. Obendrauf kommt dann jeweils noch die Umsatzsteuer. Auf Grund der monatlichen Gebühr habe ich von einem weiteren Test zunächst Abstand genommen. Daher kann ich zu dieser Plattform (momentan) keine weiteren Angaben machen.

eBay bzw. eBay Kleinanzeigen

Diese beiden Marktplätze dürften soweit bekannt sein, daher verzichte ich auf die Hinweise zur Anmeldung und zum Einstellen der Angebote. In der Regel empfiehlt es sich auf diesen beiden Marktplätzen die Bücher im Paket zu verkaufen.

Vorteile:
Über die „Bucht“ erreicht man natürlich ein Millionenpublikum. Die Angebote sind schnell erstellt, Privatverkäufer können bis zu 20 Angebote im Monat ohne Einstellgebühr einstellen (sofern man sich für eine Auktion mit Startpreis 1 Euro entscheidet sind es sogar 100 Angebote). Die Verkaufsprovision ist mit 10 Prozent (ohne Versandkosten) moderat. Bei den Kleinanzeigen zahlt man (noch) keine Provision. Ferner besteht die Chance, im Rahmen einer Auktion einen höheren Verkaufspreis zu erzielen als mittels Festpreisangebot.

Nachteile:
Eine 1 Euro Auktion kann auch mal nach hinten losgehen – sprich das Paket aus 10 Bücher kann auch nur für den einen Euro weggehen. Sollten sich die Artikel nicht verkaufen, muss man diese spätestens alle 60 Tage neu einstellen.

Flohmarkt

Zu guter Letzt kommt der gute alte Flohmarkt. Auch hier kann man neben sonstigem Trödel natürlich Bücher verkaufen. Bisher war ich auf Flohmärkten eher auf der Käuferseite zu finden. Wenn man nur Bücher anbieten möchte, sollte man schon mindestens ein paar der berühmten Bananenkisten voll mit Büchern haben.

Vorteile:
Auch wenn man nicht viel verkauft hat, war man doch zumindest (fast) den ganzen Tag an der frischen Luft ;-). Ferner kann man nebenbei nette Gespräche führen und erhält evtl. noch den ein oder anderen nützlichen Tipp.

Nachteile:
Außer Spesen nix (oder nicht viel) gewesen kann die ernüchternde Bilanz eines solchen Flohmarkteinsatzes sein. Hierfür kann es natürlich mehrere Gründe geben (falsche Ware, falsche Preise, falscher Ort, falsche Zielgruppe, schlechtes Wetter …)

Fazit

Wer es einfach und schnell mag, sollte seine Bücher an ein der diversen Ankaufplattformen verkaufen. Wer ein bisschen mehr Zeit und Arbeit investieren kann, sollte die Bücher selber verkaufen.

Persönlich werde ich den Bücherschatz meiner Eltern als erstes bei den Buch-Beschauern online stellen. Ausgewählte Exemplare werde ich zusätzlich bei Amazon anbieten.

Und wer meint, vom Online Buchverkauf kann man nicht leben sollte mal den Blog dieses Herren besuchen …

Welche Verkaufserfahrungen mit Büchern (aber auch mit anderen Dingen) habt ihr bereits gesammelt?

© 2015, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

Foto: © Lupo / pixelio.de

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9 Comments

  1. Finanzello 2. Mai 2015
  2. FinanzOpa 18. Januar 2016
    • Geldsack Geldsack 19. Januar 2016
  3. Bea 25. Januar 2016
    • Geldsack Geldsack 25. Januar 2016
  4. Manni 5. Juli 2016
    • Geldsack Geldsack 7. Juli 2016
  5. Ludwig 16. April 2017
    • Geldsack Geldsack 27. April 2017

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