Schneckenzucht als Nebenjob?

Als zukünftiger Privatier bin ich immer auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Am Wochenende hatten wir Besuch von Schwiegervater und der hatte folgende Idee: Schneckenzucht – sprich Zucht und Vertrieb von Weinbergschnecken. Schwiegervater ist seit über 30 Jahren Kleintierzüchter aus Leidenschaft und hat für seine Prachtexemplare von Kaninchen und Federvieh den einen oder anderen Kleintierzuchtpreis gewonnen. Erfahrung in der Tierzucht sowie der nötige Grund und Boden sind vorhanden, ihm fehlen (bei einem geschätzten Investitionsbedarf von 5.000 Euro) nur noch Investoren …

Das Tier

Grundsätzlich werden in Deutschland 2 Arten von Weinbergschnecken gezüchtet. Die Helix Pomatia und die Cornu Aspersa (Maxima). Letztere hat ihr natürliches Vorkommen insbesondere in den Mittelmeerländern, hat sich aber dennoch als zur Zucht bzw. Mast besonders geeignet herausgestellt. Sie ist ein wahrhaftiger Schnellbrüter. Die Tiere sind bereits nach einem Jahr verkaufsbereit. Pro Quadratmeter werden in Deutschland rund 100 Schnecken gehalten. Die Tiere legen bis zu 4-mal pro Jahr Eier rund 80 Eier. Die Nachzucht sollte (laut Schwiegervater) somit kein Problem sein. Allerdings ist hierfür eine Scheune o.ä. erforderlich, da diese Schneckenart nicht für frostige Winter „ausgerüstet“ ist. Sollte es nicht gelingen müsste man jedes Jahr auf neue seine Jungtiere aus Frankreich importieren.

Die Schneckenzucht

Arbeitsintensiv und kompliziert scheint die Schneckenzucht nicht zu sein. Die Jungtiere werden regelhaft vom (französischen) Großzüchter gekauft und in ihre Parzellen gesetzt. Die Parzellen sind durch Zäune gesichert und verhindern das Eindringen von Schädlingen wie das Ausbrechen der Schnecken. Die Parzellen müssen im Frühjahr mit entsprechenden Futterpflanzen (z.B. Weißklee, Mangold und Markstammkohl) bepflanzt werden. Bei einer voll-biologischen Schneckenzucht war’s das dann auch schon fast, ggf. sollte man den Schnecken Kalk über ein spezielles Futter zukommen lassen. Wenn man dem Artikel in der ZEIT Glauben schenken darf, ist es mit einer Arbeitszeit von 30 Minuten pro Tag getan (naja würde ja ohnehin Schwiegervater machen 😉 ) Im Herbst ist Erntezeit, da kann man sicherlich gleich ein kleines Familienevent daraus machen 😉

Der Markt

In Frankreich kommen pro Jahr rund 40.000 Tonnen Schnecken auf den Tisch. Diese werden zum Teil in Osteuropa bzw. in der Türkei in der freien „Wildbahn“ eingesammelt und zum anderen Teil gezüchtet. In Deutschland führt die Weinbergschnecke auf dem Speisezettel eher ein Nischendasein – jedoch darf sie in keinem Sternerestaurant auf der Speisekarte fehlen. Der Vertreib ist demzufolge nicht gerade ein Kinderspiel. Da aber in Zeiten von „Slowfood“ wieder verstärkt auf Qualität und auf regionale Anbieter geachtet wird, könnte man als „kleiner Teilzeitlandwirt“ durchaus eine Chance haben … Schwiegervater wollte auf jeden Fall die großen Berliner Hotels abklappern! Einen weiteren Vertriebsweg kann man sicherlich über das Internet aufbauen.
Entscheiden für den Verkaufspreis der Schnecken sind vor allem Größe und Gewicht. Preislich lassen sich um die 8 bis 10 Euro pro Kilogramm Schnecken realisieren. Pro Quadratmeter Grund und Boden lassen sich so pro Saison bis zu 3 Kilogramm Schnecke ernten (ca. 100 Stück bei 30g je Stück). In Euro sind also zwischen 24,- und 30,- Euro pro Quadratmeter an Umsatz zu erwarten. Bei den von Schwiegervater geplanten 250 Quadratmetern kämen wir (im günstigsten Fall) auf einen Umsatz von 7.500 Euro. Theoretisch könnte man damit bereits im ersten Jahr einen Gewinn von 2.500 Euro erzielen!

Fazit

Die Schneckenzucht klingt alles in allem ziemlich abenteuerlich. Das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken tendiert für mich zu stark zur Risikoseite. Evtl. schenke ich Schwiegervater zum nächsten Geburtstag einen Seminarbesuch beim Institut für Deutsche Schneckenzucht mit dem Titel: „Schulung für wirtschaftlich orientierte Schneckenzüchter“ und zum Weihnachtsfest gibt es in diesem Jahr was aus dem „Schneckenkochbuch“(*) 😉 aber investieren werde ich nicht … obwohl, man könnte ja auch ein Crowdfunding-Projekt daraus machen 😉 …

Was ist Euch in letzter Zeit an (mehr oder weniger) verrückten Einnahmequellen untergekommen?

© 2015, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

Werbung

7 Comments

  1. Zeitgenosse 1. April 2015
    • Geldsack Geldsack 1. April 2015
  2. Finanzello 1. April 2015
    • Geldsack Geldsack 2. April 2015
  3. Finanzello 2. April 2015
  4. Finanzrocker 8. April 2015
    • Geldsack Geldsack 14. April 2015

Leave a Reply