Reich mit Geiss – verdienen wie ein Millionär?

Robäääärt Geiss – wer kenn ihn nicht, Deutschlands bekanntesten self-made Millionär und „Reality-TV-Star“. Robert hat bekanntlich ein Händchen für gute Geschäfte. Daher soll er im Rahmen einer Werbekampagne (u.a. in der Bildzeitung) Fondsanleger den Patriarch Classic Dividende 4+ schmackhaft machen. Mit dem Slogan „Reich mit Geiss“ wird ein Dividendenfonds mit über 4 Prozent Ausschüttung (in 2014) sowie ein exklusives Anlegermagazin (nur 8,25 Euro monatlich bei nur 15 Monaten Mindestvertragslaufzeit – immerhin 9 Monate weniger als mein Telefonvertrag 😉 ) beworben. Hinter dem ganzen Angebot steckt der nicht unumstrittene Kulmbacher „Börsenprofi“ und u.a. flatex Mehrheitseigner Bernd Förtsch. Über eine Mehrheitsbeteiligung am Vermögensverwalter FinLab AG ist er mittelbar am Fondsinitiator Patriarch beteiligt (das erklärt auch, warum es den Fonds bei flatex und Aktionärsbank ohne Ausgabeaufschlag gibt). Also investieren und Ibiza ich komme? Schauen wir mal …

Der Fonds (WKN: HAFX6R)

Auf der zugehörigen Webseite werden folgende Eigenschaften beworben:

  • ausgesuchte Qualitätsaktien
  • 4,8 Prozent Ausschüttung in 2014
  • 4 Ausschüttungen pro Jahr
  • auch in Krisenzeiten regelmäßig Ausschüttungen erhalten
  • kein Ausgabeaufschlag bei flatex und Aktionärsbank

Na dann wollen wir uns mal das Factsheet und den Fondsprospekt anschauen:

Der Name ist Programm – der Fonds investiert weltweit in Aktien von Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite. Er wurde im Januar 2014 aufgelegt. Aktuell sind 45 Prozent des Vermögens in Deutschland investiert. Unter den Top 5 Holdings (Stand 10.03.2015) finden sich ProSiebenSat1, Telefonica, Münchner Rück, Aurelius, Man Group. Diese 5 Positionen machen rund 21 Prozent des Fondsvolumens aus. Alles solide Aktien mit einer guten Dividendenrendite. 51 Prozent des Fondsvermögens müssen in Aktien gehalten werden – ergo dürfen bis 49 Prozent Kasse gehalten werden. Weiterhin darf der Fonds bis zu 10 Prozent seines Vermögens in andere Fonds investieren. Auf einer Risikoskala von 1 (gering) bis 7 (hoch) erhält der Fonds ein Rating von 5 – also am oberen Ende der Skala.

Grundsätzlich ist dieser „exklusive“ Fonds mit 2 Prozent Ausgabeaufschlag versehen. Die jährlichen Kosten betragen 2,15 Prozent. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Vergütung, sofern der Fonds eine Wertentwicklung von mehr als 5 Prozent erwirtschaftet. In diesem Fall werden 10 Prozent der über 5 Prozent hinausgehenden Wertentwicklung des Fonds einbehalten. In 2014 waren das 0,62 Prozent. Somit betrugen die Kosten „luxuriöse“ 2,77 Prozent. Kleines Schmankerl am Rande – die erfolgsabhängige Vergütung ist unabhängig von einer sogenannten „High Water“ Marke (zu definierender Wert der Fondsanteile)  zu zahlen, sobald der Fonds im Jahr um mehr als 5 Prozent im Plus liegt.  Sollte der Fonds beispielsweise in einem Jahre ein Minus von 20 Prozent erwirtschaften und diese Minus über die kommenden 2 Jahre wieder aufholen (jeweils 10 Prozent), so ist auch 2-mal die erfolgsabhängige Vergütung zu zahlen.

Renditetechnisch hat der Fonds im letzten Jahr eine Wertentwicklung von 21,33 Prozent hingelegt. Sicherlich nicht schlecht, aber laut Stiftung Warentest „liegt er damit 10 Prozent hinter seinen besten Konkurrenten zurück“.

Mein Fazit

Auch Milionäre kochen nur mit Wasser. Bei näherem Hinsehen überzeugt mich der Fonds nicht. M.E. handelt es sich um einen „gebührenstarken“ internationalen Dividendenfonds mit (momentanen?) Deutschlandfokus. Da bleibe ich lieber bei meinem iShares Stoxx Global Select Dividend 100 (WKN: A0F5UH). Dieser schüttet – bei einer in 2014 vergleichbaren Ausschüttungsrendite vonmehr als 4 Prozent- auch 4 mal im Jahr aus. Die Gesamtrendite (unter Berücksichtigung der Ausschüttung) betrug in 2014 rund 22 Prozent. Die Fondskosten betragen hingegen nur schlappe 0,46 Prozent.

Aktuell liegt die Ausschüttungsrendite (dank des starken Kursanstiegs in 2015) beim iShares Fonds nur noch bei 3 Prozent. Denke auch, dass der Patriarch Classic Dividende in diesem Jahr eine geringere Auszahlungsrendite (bezogen auf den aktuellen Fondskurs) erwirtschaften wird.

In Krisenzeiten könnte der „Geiss – Fonds“ einen Vorteil haben, da er im Gegensatz zum iShares nicht voll investiert sein muss. Eine Abwärtsbewegung der Märkte würde der Fonds somit nicht voll mitmachen und könnte theoretisch sogar am „Tiefpunkt“ wieder günstig einsteigen. Naja wir werden sehen wie sich das „Rennen“ zwischen beiden Fonds in diesem Jahr entwickelt … Anfang 2016 werde ich mir beide Kandidaten nochmal anschauen …

Das exklusives Anlegermagazin stellt aus Sicht von Herrn Förtsch eine tolle neue passive Einkommensquelle dar. Ob Robäääärt hier mitverdient ist mir nicht bekannt. Ein Abbo werde ich sicherlich nicht abschließen, da ich für mich keinen echten Mehrwert gegenüber frei zugänglichen Quellen (Foren, Blogs, etc.) sehe.

Und habt ihr schon einen Fondssparplan abgeschlossen bzw. das exklusives Anlegermagazin abonniert? 😉

© 2015, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu  All rights reserved.

Foto: © Lilo Kapp / pixelio.de

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7 Comments

    • Geldsack Geldsack 16. März 2015
      • Tobias 22. Mai 2015
  1. Kirstin 16. März 2015
    • Geldsack Geldsack 16. März 2015
  2. Sparfuchs_in_spe 16. März 2015
    • Geldsack Geldsack 16. März 2015

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