Wie lange dauert es denn noch, bis ich Privatier bin?!

Nachdem wir in einem der letzten Beiträge drüber philosophiert haben, wieviel Vermögen man als Privatier braucht, stellt sich natürlich die nächste Frage. Wie lange bzw. wie viele Jahre dauert es denn nun, bis das notwendige Vermögen auf der berühmten hohen Kante liegt? Nun das ist recht simpel, wie ihr sehen werdet …

Einflussfaktoren

Als erstes müssen wir bestimmen, welche Faktoren im Raum-Zeit-Kontinuum Einfluß auf die Vermögensbildung haben. Zur Bestimmung dieser Einflußfaktoren greifen wir auf unsere (finanzmathematischen) Kenntnisse aus der Zinseszinsberechnung zurück. Die entsprechende Zinsformel lautet:

 Kn=Ko * (1+i)n

Das Zielvermögen (Kn) ist also abhängig vom bereits vorhandenen Vermögen (Ko), dem Zinssatz (i) und der Anlagedauer (n). Als zukünftiger Privatier interessiert uns die (Anlage)dauer (n). Somit stellen wir obige Formel nach (n) um und erhalten:

 n= ln Kn – ln Ko / ln (1+i)

Das Zielvermögen (Kn) haben wir bereits ermittelt. Wie wir sehen, ist die (Anlage)dauer (n) nur noch von 2 Faktoren abhängig:

  1. vom Zinssatz (i) und
  2. vom bereits vorhandenen Vermögen (Ko).

Der Zinssatz (i) ist vom zukünftigen Privatier nur bedingt beeinflussbar. Wie ihr hier nachlesen könnt, bewegt sich die langfristige jährliche Verzinsung von Wertpapieranlagen (unter Berücksichtigung der Inflation) zwischen 3 und 7 Prozent. Folglich verbleibt als einzig relevante Einflussgröße das bereits vorhandenen Vermögen (Ko).

Das (bereits) vorhandenen Vermögen (Ko)

Wer nicht im Lotto gewonnen oder reich geerbt hat, hat sich sein bereits vorhandenes Vermögen (Ko) „vom Munde abgespart“. Wieviel man (monatlich) sparen kann, hängt von der Höhe der Einkünfte und von der Höhe der Ausgaben ab. Je größe die Differenz zwischen beiden ist, umso mehr kann ich sparen. (hierzu sollte man die Einnahmen erhöhen und die Ausgaben senken oder im Idealfall beides gleichzeitig). Was heißt das nun für unser Projekt Privatier?

Ganz einfach: je mehr ich (monatlich) zurück lege, desto größer das (bereits) vorhandenen Vermögen (Ko), desto kürzer der Zeitverlauf bis zum Erreichen des Projektziels. Wer nichts spart (und auch nicht anderweitig zu Vermögen gelangt) wird folglich niemals Privatier werden.

Fallbeispiel

In Anlehnung an die Berechnungen von Mr. Money Mustache habe ich folgendes Fallbeispiel konstruiert. Die Ausgangslage ist wie folgt:

  • Ehepaar Muster, 2 Kinder mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 3.732 Euro (entspricht jährlich rund 45.000 Euro)
  • Sparquote sei (entsprechend dem Bundesdurchschnitt) 10 Prozent
  • Es ist noch kein Vermögen vorhanden
  • inflationsbereinigte Rendite sei 5 Prozent p.a.
  • sichere Entnahmerate sei 4 Prozent p.a.
  • keine unterjährige Verzinsung (Sparraten des laufenden Jahres verzinsen sich erst im Folgejahr)

Familie Muster hat jährliche Ausgaben von 40.500 Euro und kann somit jährlich 4.500 Euro sparen. Mit Zins und Zinseszins braucht es mehr als 8 Jahre um die Ausgaben eines Jahres anzusparen. Der Theorie der sicheren Entnahmerate folgen, brauchen wir bei einer 4 prozentigen Entnahmerate jedoch das 25 fache (=1/0,04) der jährlichen Kosten um 100 Prozent unserer laufenden Ausgaben zu decken. Diesen Vermögen wird Familie Muster leider erst nach über 51 Jahren erreichen.

Okay, dass möchte unsere Familie Muster nun nicht auf sich sitzen lassen. Vater und Mutter nehmen einen Nebenjob an. Ferner werden die jährlichen Ausgaben gestutz. Hierdurch ändern sich die Parameter wie folgt:

  • jährliches Haushaltsnettoeinkommen NEU sei 55.000 Euro
  • Sparqoute NEU sei 30 Prozent

Bei dieser Konstellation besitzt Familie Muster bereits nach mehr als 2 Jahren ein Vermögen in Höhe der jährlichen Ausgaben. Das „Klassenziel Privatier“ und damit die „Finanzielle Freiheit“ erreicht Familie Muster schon nach 28 Jahren und damit 23 Jahre eher als im ersten Fall.

Hier könnte ihr mein einfaches Excelmodell runterladen und mit euren eigenen Werten befüllen.

Fazit

Je größer die Sparrate, desto geringer die Lebenshaltungskosten, desto kürzer die Zeit bis zum erreichen der „Finanziellen Freiheit“. Oder anders ausgedrückt jeder Euro Konsumverzicht macht euch einen Tick schneller zum Privatier. Meine persönliche Sparquote liegt bei 30 Prozent. An der Erhöhung wird kontinuierlich gearbeitet.

Wie hoch ist eure Sparquote?

Foto: © GG-Berlin / pixelio.de

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6 Comments

  1. Björn 4. Dezember 2014
    • Geldsack Geldsack 4. Dezember 2014
  2. Kevin 24. Dezember 2015
    • Geldsack Geldsack 29. Dezember 2015
  3. Alexander Schmitt 26. August 2016
  4. die-geldmaschine.com 8. Januar 2017

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