Outsourcing: 5 Tätigkeiten rund um den Verkauf bei Amazon die Ihr auslagern könnt

Getreu dem Spruch „Zeit ist Geld, Geld ist Luxus und Luxus können wir uns nicht leisten“ sollte man bei seinen diversen „nebenberuflichen“ Aktivitäten so effizient wie möglich mit seiner (gefühlt immer viel zu knappen) Freizeit umgehen. Neben Anleihen und bloggen beschäftigt mich zurzeit der Verkauf von Waren (hauptsächlich Bücher) via Amazon. Wer hierbei eigene (Arbeits)Zeit sparen möchte, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Standardisierung und Automatisierung der Abläufe (i.d.R. durch den Einsatz geeigneter Tools) und / oder Verlagerung (neudeutsch: Outsourcing) von Arbeiten an Dritte.

Im folgenden Blogbeitrag soll es zunächst ums Outsourcing gehen. Hierzu bieten sich fünf Bereiche an:

  1. Warenbeschaffung
  2. Onlinestellen der Angebote
  3. Lagerung, Verpackung und Versand
  4. Kundenservice
  5. Laufende Verwaltung

Outsourcing von Lagerung, Verpackung und Versand sowie Kundenservice

Wenn ihr Euch jetzt fragt, warum ich mit diesen beiden Bereichen beginne – ganz einfach, weil ich diese bereits outgesourct habe ;-). Dank Fulfillment by Amazon (FBA) übernimmt Amazon Lagerung, Verpackung und Versand meiner Bücher. Weiterhin wird der Kundenservice übernommen. Sprich Amazon kümmert sich um Reklamationen, Rücksendungen etc. Dies ist insbesondere auf den fremdsprachlichen Amazon Marktplätzen von Vorteil, da hier der Kundenservice in der jeweiligen Landessprache erfolgt. (mehr Infos gibt es im zugehörigen FBA Blogbeitrag)

Outsourcing der Warenbeschaffung

Wer viele Bezugsquellen aber nur wenig Zeit hat sollte die Beschaffungsaktivitäten auslagern. Hierzu braucht es einen motivierten Mitmenschen = Mitarbeiter mit eigenem Smartphone und mit eigenem PKW bzw. mit eigenem (Lasten)Fahrrad.

Dieser Mitarbeiter wird mit einer entsprechenden Scanning-App ausgestattet und bekommt eine Liste mit möglichen Bezugsquellen (Bibliotheken, Gebrauchtwarengeschäfte, Flohmärkte, etc.) an die Hand. Ferner muss der zukünftige Chefeinkäufer entsprechend geschult, sprich in die Feinheiten des Buchankaufs eingeweiht werden und entsprechende Vorgaben (Gewinnerwartung je Buch, maximaler Verkaufsrang etc.) erhalten. Dann kann’s auch schon losgehen.

Kosten: Dank Mindestlohn ist man ab 8,50 Euro / pro Stunde dabei. Unter Berücksichtigung der Smartphone und PKW-Nutzung muss man wohl eher mit 10,00 Euro / pro Stunde und darüber rechnen. Zudem muss man einen Mitmenschen finden, der diese Tätigkeit auf „Stundenbasis“ durchführt.

Vorteil: enorme Zeitersparnis, denn unter Berücksichtigung der „Rüstzeiten“ zwischen den einzelnen Bezugsquellen ist eine Stunde sehr schnell vergangen.

Nachteil: das unternehmerische Risiko liegt voll beim Auftraggeber. Der zukünftige Chefeinkäufer bekommt sein Geld je Stunde, egal wie viele Bücher er „erbeutet“. Die Prinzipal-Agent-Theorie in Reinform. Der Auftraggeber kann den zukünftigen Chefeinkäufer nur begrenzt kontrollieren. Dieser könnte z.B. nur 2 Stunden unterwegs sein aber 3 Stunden abrechnen, nur halbherzig suchen, sprich scannen oder lukrative Bücher für den eigenen Verkauf abzweigen. Einen Teil dieser Nachteile ließe sich durch eine ausschließlich variable Vergütung des zukünftigen Chefeinkäufers (sofern dies unter Berücksichtigung von Mindestlohn überhaupt möglich ist) sowie durch ein entsprechendes Wettbewerbsverbot vermeiden.

Outsourcing des Online Stellens der Ware

Alles was es dazu braucht, ist ein „Innendienstmitarbeiter“ der z.B. einmal in der Woche die zwischenzeitlich beschafften Bücher kategorisiert, auf Mängel prüft, ggf. Fotos erstellt, die Artikelbeschreibung erstellt, den bestmöglichen Verkaufspreis ermittelt, das Buch online stellt, Barcode Etiketten auf jedes Buch klebt und bestenfalls die FBA Sendung an Amazon verpackt und zur nächsten Post bzw. Packstation bringt.

Auch dieser Mitarbeiter muss natürlich geschult und insbesondere in die „Geheimnisse der Buchpreisfindung“ eingewiesen werden. Denn wenn die Bücher „zu billig“ angeboten werden, kann einen die eingesparte eigene Arbeitszeit weit mehr als 8,50 Euro die Stunde kosten.

Kosten: Dank Mindestlohn ist man auch hier ab 8,50 Euro / pro Stunde dabei, sofern man jemanden findet, der diese Tätigkeit „Stundenweise“ durchführt.

Vor- und Nachteile sind ähnlich zu denen beim Outsourcing der Warenbeschaffung. Wenngleich man die Quantität der Listingaktivitäten pro Stunde leichter „überwachen“ kann, da man einen entsprechenden „Listing-Sollwert“ pro Stunde auf Grund der eigenen Erfahrungswerte relativ leicht ermitteln kann. Ein weiteres Risiko = möglicher Nachteil besteht darin, dass die Quantität beim Listen nicht zu Lasten der Qualität gehen darf. Denn wer ein Buch in „sehr gutem Zustand“ kauft, sollte auch ein Buch „in sehr gutem Zustand“ erhalten. Ferner ist zu bedenken, dass dieser Mitarbeiter Voll-Zugriff auf das eigene Amazon-Verkäufer Konto bekommt. Insofern sollte hier ein entsprechendes Vertrauensverhältnis sowie entsprechende Kontrollaktivitäten seitens des Auftraggebers vorhanden sein.

Outsourcing an einen Virtuellen Assistenten

Eine weitere Möglichkeit stellt das teilweise Outsourcing an einen Virtuellen Assistenten dar. Laut Online Entrepreneur Chris Ducker und Autor des Buchs Virtual Freedom: How to Work with Virtual Staff(*) wäre solch eine Art Datenerfassung genau das richtige für einen Virtuellen Assistenten – sprich unseren Mann / unsere Frau in Indien, Thailand, etc.

An diesen virtuellen Mitarbeiter können wir jedoch nur die Erfassung auf der Amazon-Plattform im eigentlichen Sinne auslagern. Hierzu braucht es einen geeigneten Workflow. Vorstellbar wäre, dass man je Buch eine Checkliste ausfüllt und darin (z.B. via Checkbox) u.a. folgende Punkte vermerkt:

  • ISBN Nummer
  • Zustand
  • vorhandene Mängel
  • Preis

Anhand dieser Angaben sowie eines zuvor übermittelten Textbausteinkatalogs kann dann das Listing erfolgen. Verbleibt nur noch das Etikettieren, Verpacken und Verschicken der Sendung an Amazon. Das Etikettieren lässt sich an Amazon auslagern (Kosten pro Artikel 0,20 Euro – rechnet sich also nur bei höherpreisigen Artikeln). Im Zuge der Verpackung der Sendung sollte (zumindest in Stichproben) eine Kontrolle der Eingabequalität erfolgen.

Kosten: je nach Land, Qualifizierung, Agentur und Anzahl der benötigten Stunden je Monat unterschiedlich, zw. 5 und 10 USD / pro Stunde, wobei die Mitarbeiter in aller Regel nur Englisch sprechen; auf z.B. Strandschicht.de gibt es auch deutschsprachige Mitarbeiter (bei 30 h Mindestabnahme je Monat für 9,- Euro / pro Stunde)

Die Vor- und Nachteile sind nahezu identisch zu denen beim Outsourcing an einen Mitarbeiter vor Ort.

Outsourcing an einen Dienstleister

Zumindest in Amerika scheinen sich Dienstleister zu etablieren, die Amazonhändlern beim Lagern / Listen der Artikel unterstützt. So ist man bei Simple Price Prep.com mit einem Dollar pro Artikel für (frei übersetzt) Sichtprüfung der Ware, Inventarisierung, Etikettierung, Verpackung und Versand an Amazon dabei.

Der Vorteil gegenüber dem Einsatz „eigener“ (virtueller) Mitarbeiter ist die 100 Prozent variable Kostenstruktur. Es wird je Artikel gezahlt. Eine Grundgebühr o.ä. fällt nicht an.

Outsourcing der laufenden Verwaltung

Hierunter fallen im Westlichen 2 Punkte: Kundenmailings zwecks Feedbackeinholung und laufende Anpassung der Verkaufspreise.

Diese Aufgaben sind aus meiner Sicht perfekt für einen virtuellen Assistenten. Für die Mailingaktivitäten sollten jedoch entsprechende deutsche Sprachkenntnisse vorhanden sein. Für die Preisanpassung benötigt es eine entsprechende Schulung / Einarbeitung und natürlich laufende Qualitätskontrolle durch den Auftraggeber. Denn wer seine Bücher „zu billig“ anbietet, zahlt einen sehr hohen Stundenlohn für seinen virtuellen Assistenten.

Kosten sowie Vor- und Nachteile wurden bereits ausführlich dargestellt.

Fazit zum Outsourcing

Outsourcing von Arbeiten rund um den Verkauf bei Amazon ist grundsätzlich möglich und durchaus lohnenswert. Voraussetzung ist jedoch ein entsprechendes Verkaufsvolumen sowie eine vorteilhafte „Vertragsgestaltung“. Ferner ist eine (stichprobenhafte) Qualitätskontrolle der (virtuellen) Mitabeiter notwendig. Zumindest im amerikanischen Markt scheint das „Full-Outsourcing“ zu funktionieren.

Persönlich werde ich es zunächst beim Thema FBA belassen. Mein Verkaufsvolumen ist einfach (noch) nicht groß genug.

Welche Aktivitäten (gerne auch jenseits des „Amazongeschäfts“) überlegt Ihr auszulagern bzw. habt Ihr schon ausgelagert?

© 2016, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

Foto: © Lupo / pixelio.de

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3 Comments

  1. Florian B. 26. Januar 2016
    • Geldsack Geldsack 28. Januar 2016
      • Florian B. 28. Januar 2016

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