Meine Strategie für die Kapital-Anlage

Peter „Privatier“ Ranning hat unter dem Thema „Meine Strategie für die Kapital-Anlage“ zur Blogparade aufgerufen. Ehrensache, dass ich an dieser Blogparade teilnehme!

Der Weg zum Ziel

Eine Strategie zu haben bedeutet für mich einen (möglichst optimalen) Weg zum Ziel zu kennen. Bevor wir über Strategie(n) sprechen, sollten wir daher erstmal über Ziele sprechen. Was ist das Ziel (m)einer Kapital-Anlage? Hierzu ist es sinnvoll sich u.a. folgende Fragen zu stellen:

  • Was möchte ich mit dem Kapital machen (Hauskauf, Finanzielle Freiheit, Absicherung von Angehörigen, etc.)?
  • Was ist meine Ausgangsbasis – sprich über wieviel Kapital verfüge ich momentan?
  • Wieviel Kapital benötige ich?
  • Welche zeitliche Planung verfolge ich?
  • Möchte ich mein Kapital vermehren oder reicht es aus das bestehende Kapital zu erhalten?
  • Welche Risiken bin ich bereit einzugehen?
  • Möchte ich mich selber um die Kapital-Anlage kümmern oder dies „auslagern“?

Ziel meiner Kapital-Anlage-Aktivitäten ist meine Finanzielle Freiheit. Im Frühjahr 2018 soll es soweit sein – raus aus dem Hamsterrad 😉 … mit anderen Worten bis zu diesem Zeitpunkt muss ich genügend Kapital akkumuliert haben, um mein Gehalt (zum größten Teil) durch Einkünfte aus Kapital-Vermögen zu ersetzten. Somit befinde ich mich momentan noch in der Kapital-Aufbauphase.

Meine Renditeerwartung liegt daher bei mindestens 8 Prozent Wertzuwachs pro Jahr. Hierfür bin ich bereit entsprechende Risiken (z.B. Kauf der Heta- Anleihen im Herbst 2014) einzugehen. Bei der Kapital-Anlage verfolge ich einen DIY-Ansatz, wobei ich rund 10 Prozent des Kapitals in ETF angelegt habe und somit die Auswahl der Einzeltitel dem Fonds- bzw. Indexanbieter überlasse. Im Hinblick auf den Kapital-Anlage-Mix -sprich die Auswahl- der unterschiedlichen Anlageklassen bin ich grundsätzlich für alles offen. Jedoch hat sich das Thema Anleihen in den letzten 10 Jahren als Anlageschwerpunkt herauskristallisiert.

Risikogewichtung im Depot

Bekanntlich sollte man nicht alle Eier in einen Korb packen. Aus diesem Grund habe ich mein Depot in die folgenden Risikoklassen unterteilt:

  1. Liquidität – 5 bis 10 Prozent des Depotvolumens
  2. geringes Risiko – zwischen 20 und 30 Prozent des Depotvolumens,
    Renditeerwartung liegt zwischen 3 und 5 Prozent p.a.
    Indikator: sowohl Zinsen und Tilgung einer Anleihe sind zu 99% sicher, Restlaufzeit von unter einem Jahr
    Beispiel: IKB (A0EUEC)
  3. mittleres Risiko – zwischen 50 und 60 Prozent des Depotvolumens, Renditeerwartung liegt zwischen 6 und 8 Prozent p.a.
    Indikator: Nachranganleihen mit (quasi) unendlicher Laufzeit und Kuponausfallmöglichkeit, Fremdwährungsanlage
    Beispiel: Helaba Main Capital (A0E465)
  4. hohes Risiko – maximal 10 Prozent des Depotvolumens,
    Renditeerwartung liegt oberhalb 10 Prozent p.a.
    Indikator: Hohe Rendite = Hohes Risiko, es überwiegt das spekulative Element
    Beispiel: Heta (A0G4S6)

Die Zuordnung der unterschiedlichen Kapital-Anlagen erfolgt an Hand meines subjektiven Risikoempfindens zum Investitionszeitpunkt. Eine Neuzuordnung erfolgt nur bei (dauerhafter bzw. langfristiger) wesentlicher Verbesserung / Verschlechterung der Risikosituation

Kapital-Anlage in Anleihen

Für den (zukünftigen) Privatier haben Anleihen einen Vorteil – sowohl Verzinsung als auch Rückzahlung sind von der Höhe und vom Zeitpunkt her kalkulierbar. Durch die Wahl der Laufzeiten (Laufzeiten-Mix) sorgt man für einen mehr oder weniger schnellen Wechsel der einzelnen Depotbestandteile. Wer mehr über das Thema Anleihen wissen möchte, dem empfehle ich meine dreiteilige Artikelreihe Basiswissen Anleihen (Teil1, Teil 2, Teil 3).

Welche Anleihen kaufen?

Nachdem ich entschieden habe, welcher Risiko-Cluster Verstärkung braucht, mache ich mich auf die Suche nach neuen Renditeperlen. Hierzu nutze ich in aller Regel den Anleihen-Finder der Stuttgarter Börse. Der erste Filter ist die gewünschte Rendite, der zweite die Währung (bevorzugt in Euro). Anschließend erfolgt eine weitere Einschränkung der Kandidaten via Laufzeit und kleinste handelbare Einheit. Dann beginnt die Detailarbeit – sprich Recherche der einzelnen Unternehmen (was ist das für ein Unternehmen, für eine Branche, wie profitabel war das Unternehmen in der Vergangenheit, etc.)

Welche Anleihen verkaufen?

Wie bereits erwähnt, haben Anleihen (im Regelfall) ein Mindesthaltbarkeits- bzw. Rückzahlungsdatum. Grundsätzlich halte ich meine Anleihen bis zum Rückzahlungszeitpunkt und spare dadurch die Verkaufsspesen 😉 . Ein Verkauf kommt für mich unter folgen Umständen in Betracht:

  • Die Wahrscheinlichkeit von Zins und Tilgung haben sich durch bestimmte Ereignisse wesentlich verschlechtert.
  • Die Rendite bezogen auf die Restlaufzeit liegt unter 3 Prozent und es gibt höher rentierende Alternativen.

Kapital-Anlage in ETF

Rund 10 Prozent meines Depots habe ich auf Autopilot gestellt. Hierzu kaufe ich quartalsweise Anteile an Aktien- und Anleihen ETF. Neben Kosten und Größe der einzelnen Fonds spielt für mich die Ausschüttungsrendite eine wesentliche Rolle. Sofern die Ausschüttungsrendite bei Aktienfonds oberhalb von 3 Prozent und bei Anleihenfonds oberhalb von 5 Prozent liegt wird regelmäßig zugekauft. Verkäufe dieser Fonds erfolgen nur in Ausnahmefällen.

Fazit

Mit der obigen Strategie habe ich im Durchschnitt der vergangenen 9 Jahren eine Wertentwicklung (vor Steuern) von rund 10 Prozent p.a. erzielt. Ob das auch in Zukunft so sein wird bleibt abzuwarten. Vor dem Hintergrund der (derzeit?) niedrigen Zinsen werde ich mittelfristig um eine Nachsteuerung nicht umhinkommen. Von daher werde ich mich spätestens im nächsten Jahr an das Thema P2P-Kredite wagen …

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Foto: © S. Hofschlaeger / pixelio.de

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9 Comments

  1. Claudius 9. Juni 2015
  2. Mike 29. Juni 2015
    • Geldsack Geldsack 30. Juni 2015
  3. Der Privatier 3. Juli 2015
  4. Klaus-Dieter 5. Juli 2015
  5. Zeitgenosse 16. Juli 2017
    • Geldsack Geldsack 17. Juli 2017
      • Zeitgenosse 18. Juli 2017
        • Geldsack Geldsack 20. Juli 2017

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