Meine Putzfrau und die Finanzielle Freiheit

Nachdem ich Euch in einem der letzten Beiträge meinen Kollegen Markus – den Außerhausfrühstücker – vorgestellt habe wird es heute mal wieder Zeit vor der „eigenen Haustür“ zu kehren. Im heutigen Beitrag geht es um die lieben „Hausangestellten“ (Putzfrau, Gärtner, etc.) und deren Einfluss auf die persönliche Finanzielle Freiheit.

Unsere Perle …

Ja, auch wir beschäftigen eine (osteuropäische) Putzfrau, auch Perle genannt, in unserem Haushalt. Und glaubt mal, es war gar nicht so einfach jemand guten und vertrauensvollen zu finden. 😉 Wie das im Leben häufig so ist, kam der entscheidende Hinweis aus dem Freundeskreis. Unsere Perle ist bei einer Reinigungsfirma (Dienstleistungsagentur) beschäftigt und kostet uns je Stunde 14,- Euro. Im Stundensatz sind alle Sozialabgaben etc. enthalten. Die Bezahlung erfolgt -nach Rechnungserhalt- am Monatsende per Banküberweisung. Dadurch ist die steuerliche Anrechenbarkeit gewährleistet.

Unsere Perle kommt jede Woche für 2 Stunden. Pro Woche lassen wir uns unsere eigen „Faulheit“ also 28 Euro kosten. Unter Berücksichtigung von 9 Wochen Urlaub (6 wir + 3 Perle) kostet uns dieser Luxus im Jahr somit stolze 1.204 Euro.

Steuerliche Auswirkung …

Reinigungsleistungen in der Privatwohnung -die normalerweise von Mitglieder des Haushalts durchgeführt würden- sind als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen gem. §35a EStG anteilig von der Steuerlast absetzbar. Voraussetzung ist jedoch, dass es sich nicht um Schwarzarbeit handelt – sprich es muss eine Rechnung vorliegen. Weiterhin muss die Rechnung per Banküberweisung bezahlt werden, Barzahlungen erkennt das Finanzamt regelhaft nicht an. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können jeweils 20 Prozent der einzelnen Rechnungssummen, maximal jedoch 4.000 Euro p.a. von der Steuerlast in Abzug gebracht werden. Detaillierte Hinweise sind im Anwendungsschreiben zu § 35a EStG des BMF zu finden.

Somit können wir im Jahr rund 241 Euro von der Steuer absetzen. Nicht viel, aber immerhin 😉

Selber Putzen …

… wäre natürlich eine Lösung. Die dadurch frei werdenden Budgetmittel könnten wir natürlich zur Aufstockung unserer Sparquote verwenden.

Monatlich könnten wir 100,33 Euro (1204/12) in einen mit 3 Prozent (nach Steuern und Inflation) rentierenden ETF-Sparplan einzahlt. Die am Jahresende erhaltenen Zinsen werden mit der ersten Rate im Folgejahr reinvestiert. Über einen Zeitraum von 10 Jahren würde wir 12.039,60 Euro in den Sparplan einzahlen. Dank Zins- und Zinseszins in Höhe von 1.986,74 Euro kämen wir auf ein Gesamtvermögen von 14.026,34 Euro. Würden wir das Ganze noch weitere 20 Jahre betreiben, kämen wir auf ein Vermögen von 58.209,68 Euro (Einzahlung 36.118,80 Euro, Zinsen 22.090,88 Euro).

Soweit so gut. Springen wir auf dem Zeitstrahl ein paar Jahre nach vorn. Die Finanzielle Freiheit ist erreicht – wir leben ausschließlich von unseren passiven Einkünften. Unser passives Einkommen besteht zum überwiegenden Teil aus regelmäßigen Zins- und Dividendenzahlungen. Wieviel Vermögen brauchen wir, um allein die monatlich rund 100 Euro Kosten für unsere Perle zahlen zu können? Der Theorie der „sichere Entnahmerate“ folgend benötigen wir das 360fache der monatlichen Ausgaben (Annahme ca. 3,3 Prozent Rendite nach Steuern und Inflation, Berechnung: 1/0,033*12 ≈ 360)

Um die (durchschnittliche) Monatsbelastung von 100 Euro allein aus passiven Zinseinkünften zu finanzieren, benötigen wir also ein Vermögen von rund 36.000 Euro. Bis diese Summe (aus versteuertem) Einkommen angespart ist dürften einige Monate ins Land gehen. Bei unserer derzeitigen monatlichen Sparrate von rund 1.000 Euro genau 36.

Fazit

Nach reiflicher Überlegung werden wir unsere Perle noch einige Zeit weiterbeschäftigen … ist doch irgendwie bequem am Freitagabend in eine frisch geputzte Wohnung zu kommen! Allerdings habe ich in meiner Finanzplanung für den „Ruhestand“ diese Kosten nicht mehr berücksichtigt … spätestens dann werden wir wieder selber putzen (müssen).

Leistet Ihr euch auch diesen Luxus oder seid Ihr eiserne Sparer?

Foto: © Alexandra H. / pixelio.de

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6 Comments

  1. Alex von Reich-mit-Plan.de 1. Oktober 2014
  2. Björn 9. Oktober 2014
  3. Pingback: Mixtape der Woche: Lebe! 20. Mai 2015
  4. Forticus 3. Juli 2015
  5. Bertl 18. Juli 2015
    • Geldsack Geldsack 20. Juli 2015
  6. Plutusandme 26. Februar 2017

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