Mein Konto, Dein Konto, unser Konto

Von meinen Eltern habe ich gelernt, dass es ausreicht als (Ehe)paar ein gemeinsames Girokonto, ein Sparbuch und ein Festgeldkonto zu haben. Für exotische Produkte wie z.B. Inhaberschuldverschreibungen und Fonds der Hausbank braucht man darüber hinaus ein Wertpapierdepot.

Wen wundert’s also, dass ich zunächst mit einem Postsparbuch gestartet bin. Hier wurden die großen und kleinen Summen die man sich als Kind verdient bzw. geschenkt bekommen hat eingezahlt. Man war ich stolz, als ich meine ersten 1.000 DM auf der hohen Kante hatte … toll war auch, wenn einmal im Jahr die erzielte Verzinsung mit dem 9-Nadeldrucker ins Sparbuch „gehämmert“ wurde. Mit den ersten Aushilfsjobs als Schüler kam das Girokonto (natürlich bei der Hausbank meiner Eltern) hinzu. Gemessen am Vorbild meiner Eltern war ich also auf dem richtigen Weg … heute haben meine Frau und ich, Online-Banking sei Dank, ein 9-Konten Modell … welches ich Euch im Folgenden näher erläutern werde:

Girokonten (3 Stück)

Da wir beide arbeiten, verfügt jeder über sein (natürlich kostenfreies) Persönliches-Gehalts-Girokonto. Von diesem Konto bestreitet jeder seine laufenden monatlichen Verpflichtungen (z.B. Versicherungen, Sportverein, etc.)

Die monatlichen Kosten der Familie (Miete, Einkäufe, etc.) werden vom Familien-Girokonto bezahlt. Das hierfür notwendige monatliche Guthaben wird jeweils am Monatsanfang per Dauerauftrag von den beiden Persönliches-Gehalts-Girokonto transferiert. Als gleichberechtigte Partner zahlt jeder 50 Prozent seines Nettoeinkommens in das „Familienbudget“ ein. Jährliche Zahlungen (Kfz-Versicherung, etc.) sind dabei im monatlichen Budget berücksichtigt. Ein hierdurch vorhandenes Restbudget verbleibt zunächst als Puffer auf dem Familien-Girokonto. Nach Buchung der Jahreszahlungen wird das im Folgejahr dann noch vorhandene Restbudget aufs Familientagesgeldkonto transferiert.

Tagesgeldkonten (5 Stück)

Familien-Tagesgeld

Per Dauerauftrag erfolgt monatlich eine Umbuchung eines Teils des Familienbudgets auf dieses Tagesgeldkonto. Hiervon werden geplante größere Anschaffungen, Urlaubsreisen etc. finanziert. Ferner dient dieses Konto als Notfall-Puffer.

Persönliche-Tagesgeldkonten (3 Stück)

Am Monatsende wird das Restguthaben des jeweiligen Persönlichen-Girokontos auf das entsprechende Persönliche-Tagesgeldkonto umgebucht. Dieses Konto dient, wie auch das Familien-Tagesgeldkonto, als Ansparkonto für größere jährliche Ausgaben (z.B. Leben- bzw. Rentenversicherung) und als Notfallpuffer.

Im Gegensatz zu meiner Frau habe ich mir noch ein weiteres Tagesgeldkonto eingerichtet. Dieses Konto ist mein sogenanntes „Spaßkonto“. Von diesem Konto bezahle ich Sachen wie z.B. einen neuen e-Book Reader etc. Solange der Kontostand auf meinem „Sicherheitskonto“ mindestens die persönlichen Ausgaben für 2 Monate deckt, teile ich die Überweisung am Monatsende jeweils hälftig zwischen „Sicherheits- und Spaßkonto“ auf.

Spar-Tagesgeldkonto

Gespart wird natürlich am Monatsanfang per Dauerauftrag vom Girokonto. Ferner werden mindestens jeweils 75 Prozent der möglichen Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, variable Vergütung) hierhin überweisen (Rest geht auf die jeweiligen Persönlichen-Tagesgeldkonten). Darüber hinaus parke ich hier alle liquiden Mittel, die gerade nicht in Anleihen etc. investiert sind.

Depot-Verrechnungskonto

Zu jedem Wertpapierdepot gehört ein Depot- Verrechnungskonto. Hierüber werden sämtliche Transaktionen und Zins- bzw. Dividendenzahlungen abgewickelt. Diese Konten sind bei den wenigsten Banken zinsbringend. Daher beträgt mein Kontostand hier im Regelfall 0,00 EUR. Sämtliche Erträge und Rückzahlungen werden, sofern nicht sofort reinvestiert, auf das Spar-Tagesgeldkonto überwiesen. Um auch bei einem Kontostand von 0,00 EUR an der Börse „einkaufen gehen“ zu können, verfüge ich über einen entsprechend großen Lombardkreditrahmen.

Hinweis: Beim Transfer von Erträge und Rückzahlungen auf das verzinste Tagesgeldkonto muss unbedingt die Valutastellung (bis zu 3 Börsentage) der einzelnen Kontogutschriften beachtet werden. Wichtig ist also, dass das Geld auch „physisch“ auf Eurem Konto liegt und nicht nur als „Bying Power“ zur Verfügung steht. Solltet ihr vor dem jeweiligen Valutatag die Überweisung durchführen (was nahezu bei allen Online-Banken möglich ist) lässt sich das die Bank natürlich entsprechend verzinsen. Bei der derzeit niedrigen Verzinsung auf dem Tagesgeldkonto ist das auf jeden Fall ein (vermeidbares) Negativgeschäft.

Fazit:

Wir haben mit diesem Kontenmodell für uns eine transparente Möglichkeit gefunden, mit unserem Geld umzugehen. Die Buchungen sind soweit wie möglich auf Autopilot (Dauerauftrag). Durch die Aufteilung in Deine / Meine / Unser streiten wir nicht über persönliche Konsumausgaben (seien es nun Schuhe oder Technik).

Dem einen oder anderen Leser mag die Kontenlandschaft etwas üppig erscheinen, was ich durchaus nachvollziehen kann. Als abgespeckte Minimal-Variante würde ich Euch daher einen Dreiklang aus

  • Girokonto
  • Tagesgeldkonto (Sicherheit)
  • Depotkonto

empfehlen.

Wie habt Ihr Eure Kontenlandschaft strukturiert?

Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de

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4 Comments

  1. Der Privatier 26. Juli 2014
    • Geldsack Geldsack 29. Juli 2014
  2. Alex von Reich-mit-Plan.de 8. September 2014
  3. Alex von Reich-mit-Plan.de 22. September 2014

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