Kredite sind Gift für die Finanzielle Freiheit!

Ich bekomme immer mal wieder E-Mail Anfragen zu möglichen Kooperationen. Natürlich fühle ich mich immer sehr geehrt … In der Regel handelt es sich um Internet Marketingagenturen, die für ihre Kunden passende Kooperationspartner suchen. In bisher allen Fällen handelte es sich bei diese Kooperationspartner jedoch um Vergleichsportale bzw. Anbieter für Konsumentenkredite. Grundsätzlich passt das Thema Kredite ja zu einem „Finanziellen Freiheit(s) Blog“ – allerdings nur unter dem Blickwinkel wie werde ich meine Kredite (vulgo Schulden) schnellstmöglich wieder los. Warum das so ist, erläutere ich Euch im folgenden Blogbeitrag.

Warum gibt es Kredite?

Ganz einfach weil Menschen oder Unternehmen Wünsche bzw. Ideen haben, jedoch nicht über die notwendigen (finanziellen) Mittel verfügen diese auch umzusetzen. Andere Menschen oder Unternehmen hingegen verfügen über diese (finanziellen) Mittel und möchten diese entsprechend gewinnbringend einsetzen (Zinsen).

Erste Beispiele hierfür lassen sich bereits 3000 v. Chr. im alten Mesopotamien finden. Hier wurde Getreidesaat an die Bauern verliehen, welches nach der Ente „verzinst“ zurückgegeben werden musste. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich die Banken als Haupt-Kreditgeber etabliert. Somit hat heutzutage nahezu jeder Mensch (Bonität bzw. entsprechende Sicherheiten vorausgesetzt) einen niedrigschwelligen Zugang zu fehlenden finanziellen Mitteln.

Wie niedrigschwellig der Zugang bzw. was für ein Markt das Kreditgeschäft ist, lässt sich durch eine einfache Google Anfrage herausfinden. Zum Suchbegriff Kredit gibt es über 100 Mio. Treffer. Auf den ersten rund 20 Seiten finden sich dabei fast ausschließlich Angebote von Banken und Finanzdienstleistern.

Kredite Suche

 

Warum sind Kredite Gift für die Finanzielle Freiheit?

Bevor ich diese Frage beantworte, müssen wir noch ein wenig genauer im Hinblick auf die Art der Kredite werden. Anders gesagt müssen wir die Frage stellen, was genau wollen wir mit dem Kredit finanzieren? Auf diese Frage gibt es grundsätzlich 2 Antworten:

  1. Konsumgüter
  2. Investitionsgüter

Konsumgüter sind Güter die dem Privaten Ge- oder Verbrauch dienen. Hierunter fallen Dinge wie Lebensmittel, Möbel, Klamotten, Auto aber auch die selbstgenutzte Immobilie.

Investitionsgüter sind Güter oder Dienstleistungen, die zur Produktion oder Veredelung von Produkten oder Dienstleistungen dienen. Im engeren Sinne sind das Dinge wie Roh- und Betriebsstoffe, Maschinen, Fabrikanlagen etc.

Konsumentenkredite

Im Bankendeutsch werden Kredite für den Erwerb von Konsumgütern als Konsum- bzw. Konsumentenkredite bezeichnet. Alternativ findet man auch die Bezeichnung Privatkredit. Typische Beispiele hierfür sind:

  1. Kredit für ein neues / gebrauchtes Auto, z.B. von der herstellereigenen Bank aber auch von jeder anderen Bank
  2. Ratenzahlung für Technik, Möbel, Klamotten, Schuhe, Urlaub etc. – gerne auch in Kombination mit einer „Zahlpause“ in den ersten 1XX Tagen nach dem Kauf
  3. Shopping mit der Kreditkarte unter Nutzung der „bequemen“ monatlichen Ratenzahlung
  4. Nutzung des Dispokredit auf dem Girokonto zur „Zwischenfinanzierung“ der monatlichen Ausgaben

Doch warum soll das jetzt alles so schlecht sein – ist doch eine tolle Sache, wenn sich junge Menschen ein (neues) Auto kaufen können ohne, dass sie hierfür 10.000 Euro auf dem Konto haben müssen.

Grundsätzlich und ist das ja auch eine tolle Sache Aber auf Kredit finanzierter Konsum ist

  1. regelhaft teuer als mit eigenen Mitteln finanzierter Konsum (Zinssatz größer Null Prozent) und
  2. behindert er dank der monatlichen Kreditrückzahlungen beim Vermögensaufbau – denn nach Zahlung der Raten stehen häufig weniger bis gar keine Mittel mehr für Investitionen in Finanzanlagen zur Verfügung.

Wer es immer noch nicht glaubt sollte sich folgendes Beispiel anschauen. Mein außer Haus frühstückender Kollege Markus verdient in 2017 (dank Tarifsteigerung und Stufenaufstieg etc.) rund 2.400 Euro netto im Monat. Nach Abzug aller monatlichen Ausgaben (Miete, Lebensmittel, Studienkredit, etc.) verbleiben ihm rund 800 Euro zur freien Verfügung. Hiervon werden kleinere Anschaffungen sowie Urlaube, Essengehen etc. bezahlt. Ferner spart Markus hiervon monatlich 200 Euro in einem ETF-Sparplan.

In diesem Jahr möchte er sich seinen langehegten Traumwagen -ein gebrauchtes Audi A3 Cabrio- kaufen (gerne auch jedes andere Fahrzeug 😉 ) Sein Traumwagen soll rund 20.000 Euro kosten. 5.000 Euro hat er hierfür bereits gespart – fehlen also noch 15.000 Euro. Der freundliche Audi-Händler empfiehlt ihm natürlich den Classic-Credit der hauseigenen Bank mit einem effektiven Jahreszins von 3,99 Prozent. Da die monatliche Belastung nicht so hoch ausfallen soll, entscheidet sich Markus für eine Darlehenslaufzeit von 48 Monaten.

Der freundliche Audi-Händler macht Markus die folgende Rechnung auf:

Kredite Ratenkredite Tilgung

Markus muss also 4 Jahre! lang jeden Monat fast 340 Euro an die Bank zurückzahlen. An Zinsen laufen in dieser Zeit rund 1.200 Euro auf. In Summe zahlt Markus für sein Traumauto nicht 20.000 Euro sondern 21.231 Euro. (Welchen Wert das Auto nach 4 Jahren hat lassen wir mal bewusst außen vor 😉 ).

Von den ursprünglich monatlich rund 800 Euro zur freien Verfügung verbleiben ihm nur noch 462 Euro. Abzüglich 200 Euro ETF Sparen verbleiben Markus nur noch 262 Euro für Urlaub und Party machen. Das ist entschieden zu wenig! 😉 Also beschließt Markus seinen Sparplan auf 100 Euro monatlich zu reduzieren. Ist doch kein großes Ding – die paar hundert Euro, ist doch nur für 48 Monate …

Doch schauen wir uns das mal genauer an. Bei einer unterstellten inflationsbereinigten Nachsteuerrendite von 5 Prozent schaut es wie folgt aus:

Anlage von 200 Euro monatlich über 48 Monate:

Sparen 200 Euro 4 Jahre lang

Anlage von 100 Euro monatlich über 48 Monate:

Sparen 100 Euro 4 Jahre lang

Wie man sieht ergibt eine halbierte Sparrate nach 4 Jahren eben auch nur ein „halbes Vermögen“. Bringt man nach 4 Jahren wieder die volle Spar-Power auf und hält diese für die kommenden 20 Jahre durch ergibt sich ein Vermögen von 95.602 Euro. Fast 100.000 Euro – eine stolze Summe?! Diese könnte jedoch rund 14.000 Euro höher ausfallen, wenn man von Anfang an 200 Euro monatlich gespart hätte!

Nun wird der eine oder andere sagen: Im Möbel / Technik Markt meines Vertrauens bekomme ich aber eine Null-Prozent Finanzierung. Alles schön und gut. Glückwunsch, es fallen keine Zinsen an und ihr zahlt wirklich nur das, was auch auf dem Preisschild steht. Aber auch hier beeinflusst die monatliche Kreditrückzahlung die Höhe eurer monatlichen Sparrate negativ. Somit gilt auch bei einer Null-Prozent Finanzierung Konsumentenkredite sind Gift für die Finanzielle Freiheit!

Sind Invest-Kredite gut für die Finanzielle Freiheit?

Grundsätzlich kann man dies bejahen. Allerdings gilt es die mit einer Kreditaufnahme verbundenen Risiken abzuwägen. Wer z.B. als Amazon Händler einen Kredit nutzt um Waren einzukaufen, hat natürlich den Vorteil dass er X-mal mehr Ware kaufen kann als nur mit Eigenkapital. Allerdings vergrößert sich sein Risiko wenn sich die Ware nicht ab verkaufen lässt um den Faktor X. Dann hat er nicht nur die Garage voller Ware, sondern auch noch zusätzlich den Kredit zu tilgen. Sofern sich die Ware allerdings verkauft, hebelt das die Eigenkapitalrendite enorm.

Gleiches gilt für den Kauf von Finanzanlagen auf Kredit. Auch beim sogenannten Lombardkredit ergeben sich Chancen und Risiken. Näheres hierzu findet ihr in einem meiner älteren Blogbeiträge.

Fazit

Konsumentenkredite und Finanzielle Freiheit sind wie Feuer und Wasser – sie passen nicht zueinander! Wer finanziell frei sein möchte, sollte daher keine Konsumschulden machen bzw. diese „Jugendsünden“ so rasch wie möglich tilgen – denn wo sonst gibt es heute noch risikolos 2-stellige Renditen 😉 Eine Möglichkeit wie ihr schnell(er) Eure Kreditschulden tilgen könnt, zeige ich Euch im kommenden Blogbeitrag …

Wie steht es um Eure Konsumschulden? Habt bzw. hattet Ihr welche?

© 2017, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

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4 Comments

  1. Mathias 10. Februar 2017
    • Geldsack Geldsack 17. Februar 2017
  2. BadBanker 12. Februar 2017
    • Geldsack Geldsack 17. Februar 2017

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