Finanzielle Freiheit mit Kindern (Teil 2)

Ist Finanzielle Freiheit mit Kindern erreichbar?

Vor dem Hintergrund dieser Fragestellung, habe ich im vorangegangenen Blogbeitrag die Ausgabenseite betrachtet und Einsparungsmöglichkeiten aufgezeigt. Im heutigen Blogbeitrag werde ich die Einnahmenseite betrachten und die hier vorhandenen Potentiale aufzeigen.

Stellschrauben identifizieren

An welchen Stellen machen sich die lieben Kleinen (positiv wie negativ) auf der Einnahmenseite bemerkbar? Im ersten Moment fallen einem da sicherlich Gehaltseinbußen durch Teilzeitarbeit sowie die staatlichen Fördermaßnahmen wie z.B. Elterngeld, Kindergeld etc. ein. Nicht zu vergessen sind die steuerlichen Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten. Weiterhin sollte man an die zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten (z.B. Verkauf von Kinderkleidung etc.) denken.

Weniger Gehalt durch Teilzeitarbeit

Nach der Geburt der lieben Kleinen und einer sich anschließenden Elternzeit arbeitet nahezu immer mindestens ein Elternteil nur noch in Teilzeit. Hieraus ergeben sich natürlich Gehaltseinbußen. Optimierungspotential sehe ich insbesondere bei den steuerlichen Auswirkungen:

  • Wer weniger (Einnahmen) hat, muss auch weniger bezahlen. Getreu diesem Motto, wirkt sich ein geringeres Einkommen überall da positiv aus, wo es als Bemessungsgrundlage (z.B. KITA-Kosten, etc.) herangezogen wird. Sofern durch eine (weitere) Reduzierung der Einnahmen eine höhere Ersparnis auf der Ausgabenseite einhergeht, kann eine (weitere) Herabsetzung der täglichen Arbeitszeiten sinnvoll sein.
  • Im Regelfall geht der Partner mit dem geringeren Verdienst in die Teilzeit. Ausgehend von einer bisher gleichen Steuerklassenwahl (beide Klasse 4) kann der Wechsel in die Steuerklasse 3 (Vollzeitelternteil) und Klasse 5 (Teilzeitelternteil) attraktiv sein, da man dadurch im Jahresverlauf trotz geringerem Familien-Bruttogehalt ein annähernd gleiches Familien-Nettogehalt erzielen kann.
    Hinweis: Der Steuerabzug in der Steuerklassenkombination 3/5 ist so gestaltet, dass die Summe der unterjährigen Lohsteuervorauszahlungen für beide Ehegatten in etwa der gemeinsamen Jahressteuer entspricht, wenn das Elternteil mit Steuerklasse 3 ca. 60 Prozent und das Elternteil mit Steuerklasse 5 ca. 40 Prozent des gemeinsamen Einkommens erzielt. Ob es sich im Einzelfall lohnt die Steuerklassen zu ändern könnt ihr u.a. mit folgendem Onlinerechner checken.

staatlichen Fördermaßnahmen

1. Elterngeld:
Seit Januar 2007 können nicht (voll) berufstätige Eltern das sogenannte Elterngeld beziehen. Elterngeld wird regelhaft für die ersten 12 (ein Elternteil) bzw. 14 Lebensmonate (beide Elternteile) des Kindes gezahlt. Die Ermittlung des zu zahlenden Elterngelds erfolgt auf Basis des Nettoeinkommens und beträgt mindestens 300,- EUR, höchstens 1.800 EUR im Monat. Positiv am Elterngeld ist, dass man für einen gewissen Zeitraum ohne eigne Einkünfte eine staatliche Transferleistung erhält. Der Pferdefuß ist jedoch die steuerliche Behandlung des Elterngeldes. Elterngeld ist zwar steuerfrei, wird aber zur Ermittlung der Höhe des tatsächlichen Einkommensteuersatzes mit herangezogen. Der so ermittelte Steuersatz wird anschließend auf das zu versteuernde Einkommen (ohne Elterngeld) angewendet. Eine Optimierung ist aus meiner Sicht nur bei der Höhe des Elterngeldes möglich. Dieses lässt sich in aller Regel durch einen frühzeitigen Wechsel der Steuerklassenklassenkombination von 3/5 auf 4/4 erreichen.

2. Kindergeld
Für die ersten beiden Kinder zahlt Vater Staat monatlich jeweils 184,- EUR Kindergeld. Die einzige (nicht ganz erst gemeinte) Optimierungsmöglichkeit die mir einfällt ist – mehr Kinder. Denn ab einer bestimmten Größenordnung, lässt sich auch von diesem Passiven Einkommen leben 😉

steuerliche Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten

1. Kinderfreibetrag
Vater Staat unterstützt uns Eltern entweder monatlich mit Kindergeld oder mit dem Kinderfreibetrag im Rahmen des jährlichen Lohnsteuerjahresausgleiches. Beim Kinderfreibetrag handelt es sich um einen Steuerfreibetrag, der ähnlich den Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird.
Der Kinderfreibetrag je Kind beträgt aktuell 7.008 EUR, das Kindergeld summiert sich auf jährlich 2.208 EUR. Das Finanzamt prüft im Rahmen der sogenannten „Günstigerprüfung“, welche staatliche Zuwendung den Steuerpflichtigen besser stellt. Nach der Berechnung eines Lohnsteuerhilfevereins ist dies der Fall, wenn nach Abzug der Werbungskosten ein zu versteuerndes Einkommen von 30.000 EUR (Alleinerziehende) bzw. 60.000 (Eheleute) verbleibt. Also erhöht euer steuerpflichtiges Einkommen, damit ihr in den Genuss des Kinderfreibetrages kommt. 😉

2. Anrechenbarkeit der Kinderbetreuungskosten
Kinderbetreuungskosten können als Sonderausgaben im Rahmen des jährlichen Lohnsteuerjahresausgleiches geltend gemacht werden. Haben die lieben Kleinen das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet können 2/3 der Kosten angesetzt werden. Die Höchstgrenze (wohlgemerkt nicht je Kind) liegt bei 4.000 EUR. Wichtig ist, dass die Zahlungen an die KITA oder Tagesmutter nicht in Bar erfolgen dürfen. Alle Eltern, die in 2014 ihre Kindern erstmals in die Tagesbetreuung geben, sollten sich dieses Thema unbedingt für die kommende Steuererklärung vormerken. Wer seine Steuerrückzahlung nicht erst am Jahresende haben möchte, kann sich einen entsprechenden Freibetrag auf seiner Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

3. Vermögensübertragung
Nachdem ich in den vorangegangenen beiden Punkten nur steuerlich Auswirkungen beschrieben habe, komme ich nun zu einer echten Gestaltungsmöglichkeit.
Das sogenannte steuerfreie Existenzminimum beträgt in Deutschland 8.354 EUR. Jeder Steuerpflichtige kann in dieser Höhe Einkünfte erzielen, ohne auch nur einen Cent Steuern zu bezahlen. Diese Gestaltungsmöglichkeit haben wir genutzt und entsprechendes Vermögen (via steuerfreier Schenkung) an unsere Kinder übertragen. Die anfallenden Zins- und Dividendenerträge sind nun komplett steuerfrei. Damit bankseitig kein Abzug der Kapitalertragsteuer erfolgt, muss für die lieben Kleinen beim Finanzamt ein sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt und der jeweiligen Bank übermittelt werden.
Hinweis: sind die lieben Kleinen beitragsfrei in der GKV Familienversichert versichert (und sollen sie das auch bleiben), dürfen die monatlichen Zins- und Dividendenerträge (nach Abzug des anteiligen Sparerpauschbetrages) nicht größer als 395 EUR im Monat sein. Eine Überschreitung der genannten Grenzen in höchstens zwei aufeinanderfolgenden Monaten ist unschädlich.

Zusätzliche Einnahmemöglichkeiten

1. Kinderbetreuung
Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen könnten auch Kinder anderer Eltern betreuen. Wer nicht gleich eine KITA gründen möchte, kann sich auch als Tagesmutter oder –vater in den „eigenen vier Wänden“ eine zusätzliche Einkommensquelle schaffen.

2. Flohmarkt und Co.
Nicht mehr benötigtes Spielzeug, Bücher, Kleidung und (im begrenzten Umfang auch) Schuhe verkaufen wir gerne in den diversen Kleinanzeigen-Portalen im Internet. So kommen monatlich zwischen 20 und 50 EUR zusätzlich in die Haushaltskasse. Mit etwas mehr Zeit und Einsatz lässt sich dies auch noch steigern. Potential sehe ich im Bereich Spielzeug -insbesondere bei „dänischen Plastikbausteinen“-, welche man „offline“ (Flohmärkte, Kleinanzeigen) günstig erwerben und mit einem entsprechenden Aufpreis „online“ weiterverkaufen kann.

(Teil)Fazit

Neben den staatlichen Fördermaßnahmen gibt es nur wenige Optimierungsmöglichkeiten um die Einnahmenseite durch Familienzuwachs positiv zu beeinflussen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt daher auf der Ausgabenseite, denn es ist viel einfacher monatlich 50 EUR zu sparen als diese zu verdienen. Aus diesem Grund bin ich (weiterhin) optimistisch, meine Finanzielle Freiheit auch mit Kindern zu erreichen. Auch wenn es für die DINKS dieser Welt um einiges einfacher ist dieses Ziel zu erreichen, würde ich mich immer wieder für Kinder entscheiden.

Welche Tipps habt Ihr in Sachen Finanzielle Freiheit mit Kindern?

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Foto: © Klicker / pixelio.de

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