Finanzielle Freiheit mit Kindern (Teil 1)

Ist Finanzielle Freiheit mit Kindern erreichbar?

Kinder sind bekanntlich teuer. Bis die lieben Kleinen 18 Jahre alt sind, geben Eltern laut der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ für Windel, Essen, Kleidung, Miete und Freizeitaktivitäten je Kind rund 117.000 EUR aus. Aber mit 18 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss 😉 denn häufig haben unsere Kinder in diesem „zarten Alter“ erstmal ihr Abi in der Tasche und die Berufsausbildung oder das Studium stehen noch bevor …

Wir sind seit fast 2 Jahren ein 4 Personenhaushalt und haben letztes Jahr knapp 8.000 EUR für unsere Kinder „ausgegeben“. Dabei entfallen rund 50 Prozent dieser Summe auf die Betreuungskosten. Die Betreuungskosten werden sich in den kommenden Jahren zwar verringern, dafür werden aber die anderen Kostenblöcke wie z.B. „Freizeitausgaben“ (stark) ansteigen. Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, ob Finanzielle Freiheit mit Kindern überhaupt ein realistisches Ziel ist?

Dieser Frage werde ich in diesem und im folgenden Beitrag nachgehen, wobei ich in diesem Beitrag ausschließlich auf die Ausgabenseite eingehen und Einsparpotential aufzeigen werde. Im Folgebeitrag dreht sich alles um die Einnahmenseite.

Kostentreiber identifizieren

Größter Kostentreiber, wie bereits weiter oben angemerkt, ist die tägliche Kinderbetreuung. Hierauf folgen die Kosten für Lebensmittel und Drogeriebedarf sowie die Kosten für Kleidung und (insbesondere) Schuhe. Die anteiligen Mietkosten der Kinderzimmer habe ich nicht ermittelt, denn auch ohne Kinder würden wir nicht auf „1,5 Zimmer, Küche, Bad“ wohnen … Und nun zur alles entscheidende Frage: welche „Sparmöglichkeiten“ gibt es im Einzelnen?

Betreuungskosten (KITA)

Je nach Gemeinde, Dauer der täglichen Betreuung und Höhe des Nettoeinkommens kann die KITA-Betreuung je Kind zwischen Null (Ausnahme) und mehreren hundert Euro im Monat kosten. Als Eltern hat man jedoch nur Einfluss auf das Nettoeinkommen und auf die Dauer der täglichen Betreuung. Somit ist zu prüfen, ob man durch eine geschickte Kombination von reduziertem Nettoeinkommen (Teilzeitarbeit, höhere Werbungskosten) und geringerem Betreuungsbedarf (Nutzung von Großeltern) die KITA Kosten entsprechend reduzieren kann. Für uns wird sich im Sommer dieses Jahres eine Kosteneinsparung ergeben – die Mindestbetreuung von 5 Stunden täglich wird dann vollständig von der Gemeinde übernommen. Somit müssen wir nur noch für die verbleibenden jeweils 3 Stunden zahlen.

Betreuungskosten (Babysitter)

Die Kosten für einen (volljährigen) Babysitter liegen zwischen 8 und 12 Euro in der Stunde. Wohl dem der auf die Großeltern oder andere Familienmitglieder zurückgreifen kann. Andernfalls empfiehlt es sich mit anderen Eltern ein „Babysitter-Service“ auf Gegenseitigkeit aufzubauen. Dadurch sparen beide Elternpaare Geld und können mal wieder ausgehen (aber nicht gleich wieder alles ausgeben 😉 ). Bei Freunden ohne Kinder kann man im Austausch fürs „Kinderhüten“ auch andere Sachen (Einkaufen, Rasen mähen) erledigen.

Sachen ausborgen

Babyzubehör (Babywippe, Laufgitter, Reisebett, etc.) kann man sich häufig bei Freunden oder Bekannten ausborgen. Gleiches gilt für Bücher, CDs und DVDs. Weiterhin empfiehlt sich eine Anmeldung in der örtlichen Bibliothek. Denn auch hier bekommt man Bücher, CDs und DVDs -vom geringfügigen Jahresbeitrag abgesehen- kostenlos.

Markenprodukte meiden

Muss es immer die Markenwindel sein? Gerade im Drogeriebereich gibt es sehr gute Handelsmarken, die m.E. den Markenprodukten nicht nachstehen (und häufig sogar aus derselben Fabrik kommen). Ähnliches gilt für Kleidung und Schuhe. Auch hier lässt sich gut Geld sparen.

Flohmarkt und Co.

Spielzeug, Bücher, Kleidung und (im begrenzten Umfang auch) Schuhe lassen sich gut und vor allem günstig auf Flohmärkten oder in den diversen Kleinanzeigen-Portalen im Internet kaufen. Gerade für Babys und Kleinkinder gibt es nahezu neuwertige Kleidung zum „Schnäppchenpreis“. In vielen KITAs werden (mindestens) einmal im Jahr „Kinder-Kleider-Flohmärkte“ veranstaltet. Hier hat man eine große Auswahl und wird nicht durch den „übrigen Trödel abgelenkt bzw. verführt.“ Sachen die man selber nicht mehr (z.B. für Geschwisterkinder) benötigt sollte man ebenfalls verkaufen, tauschen oder verschenken.

Wünsche nicht immer sofort erfüllen

Wer kennt es nicht: „Papa kann ich dies haben, kann ich jenes haben …“? Häufig kommen diese Wünsche aus der Situation heraus (z.B. am Spielwarenregal im Supermarkt) und zugegeben es macht auch Spaß den lieben Kleinen den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen. Aber als Eltern muss man auch lernen NEIN zu sagen (und nicht vergessen zu erklären warum). Die meisten diese Wünsche vergessen meine Kinder wieder recht schnell. Wünsche die sie nicht vergessen sind tolle Geschenkideen für Geburtstag, Weihnachten etc.

Geschenkideen parat haben

Familie und Freunde wissen oft nicht, was sie den lieben Kleinen schenken können. Als Eltern kann man hier steuernd eingreifen und einerseits die Wünsche der Kinder aber auch der Eltern weiterleiten. So gab es im letzten Jahr von den Großeltern einen Puppenwagen und den guten Holz-Hochstuhl geschenkt.

Unterschied zwischen „Notwendig“ und „haben wollen“

Zugegeben das ist eine von den berühmten Binsenweisheiten – dennoch sollte man sich vor jedem Kauf fragen, ob die Anschaffung wirklich notwendig ist. Brauche ich wirklich den 15. Strampler (auch wenn er noch so süß ist), die Turnschuhe fürs Baby (obwohl es noch nicht mal krabbelt) oder den berühmten High-Tech-Windeleimer (tut es nicht auch ein normaler Eimer auf dem Balkon)?

(Teil)Fazit

Wie bei allen anderen Kosten im monatlichen Budget sind auch im Zusammenhang mit den lieben Kleinen „Sparmöglichkeiten“ vorhanden. Unter Berücksichtigung der vorgenannten Tipps lässt sich einiges an (Lehr)geld sparen, wodurch der Weg zur Finanziellen Freiheit nicht mehr ganz so steinig sein wird. Wichtig ist mir dabei, es mit dem „Sparen“ nicht zu übertreiben … man muss sich auch was gönnen können (z.B. Tierparkbesuch mit einer großen Portion Eis für alle) 😉

Im Beitrag in der nächsten Woche geht es um die Optimierung der Einnahmenseite …

Welche Spar-Tipps habt Ihr in Sachen Finanzielle Freiheit mit Kindern?

Foto: © Klicker / pixelio.de

Werbung

Leave a Reply