8 wesentliche Unterschied zwischen Amazon und eBay

Was haben Amazon und eBay gemeinsam? Beides sind Online-Marktplätze. Allerdings gibt es in Sachen Angebotsgestaltung, Automatisierung, Gebühren etc. entscheidende Unterschiede, die man als Verkäufer kennen und nutzen sollte. Im heutigen ersten Teil des Blogartikel geht es daher zunächst um die wesentlichen Unterschiede. Im zweiten Teil werde ich Euch zeigen, warum beide Marktplätze ihre Berechtigung haben und wie man sie am besten nutzt.

Angebotsgestaltung:

Amazon ist ein Internet Kaufhaus, welches bereits viele Millionen Produkte in seinem Verkaufskatalog integriert hat. Täglich werden von Amazon selber neue Produkte hinzugefügt. Die Erfassung im Katalog erfolgt an Hand von strukturierten Daten, die um Freitextfelder (Beschreibung etc.) und Fotos ergänzt werden.

Ziel ist es, dass jedes Produkt auch nur einmal im Katalog gelistet ist. Das funktioniert dank der Pflicht zur Erfassung einer eineindeutigen Kennung (i.d.R. EAN-Code, bei Büchern ISBN-Nr.) recht gut (natürlich gibt es z.B. bei antiquarischen Bücher auch eine mehrfaches an Listings). Sucht man z.B. bei Amazon ein bestimmtes Brettspiel, so erhält man i.d.R. auch nur einen Treffer (Bsp.: Amazon – Die freche Englisch-Hexe, hier wird nur noch eine ältere Version mit angezeigt).

Alle Verkäufer dieses Produktes werden in diesem einem Listing angezeigt. Auch als Verkäufer hat man die Möglichkeit eigene Produkte zu Listen. Hierzu benötigt man i.d.R. einen entsprechenden EAN-Code.

Bei eBay wird der Produktkatalog allein durch die Nutzer gefüllt und damit auch gepflegt. Die Qualität der Beschreibung und Fotos ist daher von Verkäufer zu Verkäufer unterschiedlich. In Sachen strukturierte Daten hat eBay jedoch in letzter Zeit kräftig nachgelegt. In meinen aktuellen Modellbahn-Listings habe ich daher die Möglichkeit den Hersteller, die Hersteller-Nr., das Produktionsjahr, die Farbe etc. zu erfassen und damit für den potentiellen Käufer auch „durchsuchbar“ zu machen. Diesem Umstand geschuldet gibt es im eBay Katalog für ein und dasselbe Produkt eine Vielzahl von Katalogeinträgen. (Bsp.: eBay – Die freche Englisch-Hexe)

Aus dieser Vielzahl an Listings muss man als Verkäufer auch erstmal hervorstechen …

Zwischenfazit: Das Listen von Produkten auf Amazon geht wesentlich schneller als auf eBay. So muss man z.B. bei Bücher nur den Barcode einscannen, den Zustand auswählen und einen Preis festlegen – fertig 😉 . eBay bietet dem Verkäufer mehr Kontrolle / Individualität über die Angebotsgestaltung, dies erfordert jedoch einen höheren Zeitaufwand (Titel und Produktbeschreibung erstellen, Fotos machen und hochladen und schließlich den Preis festlegen).

Preisgestaltung

Auf Amazon kann man nur mittels Festpreis verkaufen. Dies hat den Vorteil einer gewissen Berechenbarkeit der Umsätze.

eBay hingegen bietet 2 Preismodelle an. Festpreis und Auktion. Das Festpreismodel ist mit dem von Amazon vergleichbar. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass der Kunde einen Preisvorschlag machen kann. Bei einer Auktion hingegen weiß man am Anfang nie was bei „rumkommt“. Bei begehrten Artikeln z.B. iPhone 6 kann man im Auktionsmodus / Auktionsrausch durchaus einen höheren Preis als im Festpreisangebot erzielen. Das kann allerdings auch genau umgekehrt ausgehen – es bleibt beim Startpreis von einem Euro (was insbes. bei Start / Endzeitpunkten „mitten in der Nacht“ immer wieder vorkommt).

Zwischenfazit: Die Preisgestaltung auf eBay ist um einiges flexibler. Am besten gefällt mir die Möglichkeit zum Festpreisangebot noch Preisvorschläge zuzulassen.

Verkaufsbeschränkungen

Amazon hat einige Produktekategorien mit einer Sperre versehen. Der geneigte Verkäufer muss erst einen entsprechenden Antrag stellen um diese Produkte verkaufen zu können. Hierzu braucht es i.d.R. mindestens einen Profi Account für 39,- Euro im Monat und ggf. weitere Nachweise. Ferner untersagen einzelne Hersteller teileweise oder grar vollständig den Verkauf ihrer Produkte auf Amazon.

Auf eBay gibt es zwar auch Produkte, die nicht verkauft werden dürfen. Hierbei handelt es sich jedoch um Sachen wie z.B. Tabak, Drogen, Waffen, sexuelle Dienstleistungen etc. Genaueres findet ihr in der eBay Hilfe.

Zwischenfazit: Der Verkauf von bestimmen Produkten z.B. Kosmetika ist auf eBay einfacher möglich als auf Amazon – sprich die „Freiheit“ für den Verkäufer ist auf eBay um einiges größer.

Automatisierbarkeit

Amazon bietet seinen Verkäufern -natürlich gegen zusätzliche Gebühren- mit Amazon FBA die Möglichkeit Lagerhaltung, Versand und Kundenservice auszulagern. Somit muss man sich keine zusätzlichen Lagerräume anmieten und kann auch im Urlaub Ware an Kunden verschicken lassen.

eBay bietet solch eine Möglichkeit noch nicht an. Hier könnte man aber Lagerhaltung und Versand an einen externen Partner outsourcen oder hierfür jemanden auf 450,- Euro Basis beschäftigen.

Zwischenfazit: Mit FBA hat man die Möglichkeit seinen eigenen Zeitaufwand erheblich zu reduzieren und Verkaufen auf Amazon damit quasi zu einem passiven Einkommen zu machen. Über die Option Multichannel Versand kann man hierüber auch Produkte an eBay Kunden versenden lassen.

Gebühren

Amazon nimmt im Basistarif keine Gebühren für das Listen der Artikel auf dem Marktplatz. Im Verkaufsfall wird jedoch eine zusätzliche Gebühr von netto 0,99 Euro je verkauftem Artikel erhoben. Verkauft man mehr als 40 Artikel im Monat, sollte man sich für den Powertarif entscheiden. Für 39,- Euro im Monat kann man dann quasi unendlich viele Artikel einstellen.

Hinzu kommt eine prozentuale Verkaufsgebühr. Diese liegt je nach Produktgruppe zwischen 7 und 15 Prozent. Entscheidet man sich für den Verkauf von Zubehör für Amazon-Geräte, beträgt die Verkaufsprovision sogar 45 Prozent.

Bei Büchern, Musik, Video und DVD berechnet Amazon zusätzlich zur Verkaufsgebühr noch eine variable Abschlussgebühr, da hier keine Provisionsberechnung auf die vom Verkäufer erhobenen Versandkosten erfolgt. Diese Gebühr ist Abhängig von der Versandart und dem Versandziel und startet momentan bei netto 1,01 Euro.

Für Privatverkäufer ist es wichtig zu wissen, dass auf sämtliche Amazon Provisionen bzw. Verkaufsgebühren die Umsatzsteuer noch „on top“ kommt.

Auf eBay gibt es für Verkäufer je nach Status ein bestimmtes Kontingent, um Artikel kostenfrei einzustellen. So können z.B. Privatverkäufer bis Jahresende 2016 jeden Monat 300 Artikel kostenfrei einstellen. Für besondere Listing-Optionen (z.B. großes Bild etc.) zahlt man jedoch immer extra. Die prozentuale Verkaufsgebühr beträgt “schlanke” 10 Prozent. Nachdem man zwischenzeitlich auch auf die Versandgebühren Provision zahlen musste, hat eBay diese Praxis -Gott sei Dank- im Mai diesen Jahres wieder eingestellt.

Die gute Nachricht für Privatverkäufer ist, dass die Umsatzsteuer in der Provision bereits enthalten ist.

Zwischenfazit: Verkaufen auf Amazon ist um einiges teurer als auf eBay. Folglich sollte man genau überlegen, welche Produkte man auf welchem Marktplatz anbietet.

Bezahlung

Nach einem erfolgreichen Verkauf auf Amazon zahlt der Käufer direkt an Amazon. Der Verkäufer braucht sich nicht um den Zahlungseingang des Kunden kümmern. Der US-Konzern zieht hiervon gleich seine Provisionen ab und parkt die auszuzahlenden Verkaufserlöse zunächst 14 Tage, um mögliche Rückerstattungen bzw. Reklamationen hiervon zu bezahlen. Zahltag ist einmal in der Woche.

Bei Verkäufen auf eBay zahlt der Käufer direkt an den Verkäufer via paypal oder Banküberweisung. Als Verkäufer muss man somit ständig ein Auge auf sein Bankkonto haben. Die Gebühren werden von eBay einmal im Monat in Rechnung gestellt und anschließend vom Bankkonto abgebucht.

Zwischenfazit: Der Cash-Flow auf beiden Marktplätzen ist sehr unterschiedlich. Wer auf einen schnellen und konstanten Cash-Flow angewiesen ist, für den ist eBay die geeignetere Plattform.

Kundenservice

Auf Amazon ist der Kunde König. Dies zeigt sich auch am kulanten 30 tägigen Rückgaberecht für sämtliche Artikel. Wie man in diversen Foren lesen kann, entscheidet Amazon in „99,9 Prozent“ der Fälle zu Gunsten des Kunden. Hiervon ist man als FBA Verkäufer direkt „betroffen“. Doch auch als Selbstversender kann sich der Kunde via A-Z Garantie direkt bei Amazon beschweren und z.B. den Nichterhalt der Ware reklamieren. Hat man als Verkäufer dann keinen Versandnachweis zu Hand erstattet Amazon dem Kunden das Geld zurück und hält sich am Verkäufer „schadlos“.

Ferner ist König Kunde beim Feedback sehr zurückhaltend. Meine Feedbackquote liegt unter 10 Prozent der Verkäufe. Somit kann gerade am Anfang eine negative Bewertung „ins Kontor schlagen“.

Zudem kann man als Privatverkäufer Umtausch bzw. Rückgabe defacto nicht ausschließen. Selbst wenn man sich -richtigerweise- weigert den Artikel zurückzunehmen, kann Amazon via A-Z Garantie hier immer noch „reingrätschen“ und anders entscheiden.

Auf eBay sind die Kunden entsprechend konditioniert Feedback nach dem Verkauf zu geben. Meine Feedbackquote liegt hier bei über 90 Prozent. Ferner „redet“ einem eBay nicht in den Kundenservice rein. Es liegt ganz beim Verkäufer, wie man sich mit dem Käufer einigt – der Markt bzw. das Feedback wird es schon richten.

Als Privatverkäufer kann man ferner Umtausch bzw. Rückgabe wirksam ausschließen.

Zwischenfazit: Die absolute Kundenorientierung auf Amazon kann es einem Verkäufer (gerade am Anfang) echt schwer machen. Auf eBay ist der Start des „Geschäfts“ inkl. Aufbau einer guten Reputation aus meiner Sicht leichter. Ferner ist eBay für Privatverkäufer die rechtssichere Variante.

Art und Umfang der Kundenbasis

Laut Statista.com verfügen weltweit rund 304 Mio. Menschen über einen Amazon Account. Einen eBay Account haben hingegen nur 164 Mio. Menschen weltweit.

Auch die Kundenstruktur ist unterschiedlich. Amazon ist ganz klar auf den „Massenmarkt“ ausgerichtet. Hier lassen sich Produkte in großer Stückzahl innerhalb kurzer Zeit verkaufen.

eBay hingegen bedient, auch spezielle „Nischen“ – wenn es ein Produkt nicht auf eBay gibt, dann gibt es dieses Produkt auch nicht auf der Welt 😉

Zwischenfazit: Als Verkäufer sollte man die Zielgruppe für sein Produkt kennen und das Angebot auf dem entsprechenden Marktplatz einstellen. Genau aus diesem Grund verkaufe ich Bücher ausschließlich via Amazon (FBA) und meinen geerbten Modellbahnartikel nur auf eBay.

Fazit

Amazon und eBay sind nur auf den ersten Blick zwei gleichartige Internet Marktplätze. Bei genauerer Betrachtung ergeben sich signifikante Unterschiede, die man als Verkäufer kennen sollte, bevor man sein Angebot auf ein der beiden Seiten einstellt.

© 2016, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

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2 Comments

  1. Alex 5. September 2016
    • Geldsack Geldsack 13. September 2016

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