Depotupdate KW 36

Nachdem Super Mario die Zinsen weiter abgesenkt hat, habe ich diese Woche mal wieder etwas Depotpflege betrieben.

Verkäufe

Bayer AG 2024/2074 (A11QR7) – 3,75 Prozent, Nachranganleihe mit Calloption
Grund: Spekulation auf Kurssteigerung ist aufgegangen. Die Rendite bis zur ersten Call-Möglichkeit 2024 beträgt nur noch 3 Prozent. (In einem Buy & Hold Depot kann man diese soliden Nachranganleihe auf jeden Fall weiter belassen.)

Käufe

Nachdem ich im Juli begonnen hatte eine erste Position in Fremdwährungsanleihen mittels ETF aufzubauen, habe ich diese Woche nachgelegt und zwei USD Anleihen gekauft. Mein mittelfristiges Ziel ist es, mein Depot auch auf Währungsbasis zu diversifizieren. Als „Eurone“ sollte der Fremdwährungsanteil dabei vorerst nicht über 10 Prozent steigen. Maximal würde ich einen Fremdwährungsanteil von 25 Prozent in Kauf nehmen.

T-MOBILE USA 2024 (A1HTU6) – 6,5 Prozent Fix-Kupon bei halbjährlicher Zahlung; Bis zum 15.01.2019 ist die Anleihe jederzeit kündbar, jedoch müssen dann alle bis zur Endfälligkeit ausstehenden Zinszahlungen, diskontiert um den Zins einer Referenz-(US- Treasury) Anleihe gezahlt werden (Make Whole Call Option + 0,5% Aufschlag). Beim derzeit niedrigen Zins von US- Treasury Wertpapieren würde dies bedeuten, dass das Unternehmen fast die gesamten Zinsen bis zum Ende der regulären Laufzeit zahlen müsste. Aus meiner Sicht ist eine Kündigung in naher Zukunft somit fast ausgeschlossen. Ferner ist die Anleihe kündbar ab dem 15.01.2019 zu 103,25%, ab dem 15.01.2020 zu 102,167%, ab dem 15.01.2021 zu 101,083%, ab dem 15.01.2022 zu 100,00%.

Grund: Die Anleihe bietet zum momentanen Kurs eine Rendite von rund 6,3 Prozent. Dank der deutschen Konzern-Mutter erachte ich diese Anleihe, trotz des geringen Marktanteils von T-Mobile in den USA, als solide Depotbeimischung. Der Kurs der Anleihe ist in den letzten Tagen gut zurückgekommen. Im Bondboard wird spekuliert, dass die aktuelle Neuemission zweier weiterer Bonds (in Summe 3 Mrd. USD) die Ursache sein könnte. Da aber auch andere USD Anleihen im Kurs gefallen sind könnte auch die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA ursächlich hierfür sein. Solange der EUR gegen den USD hierdurch (weiter) fällt, kann es mir egal sein …

Iamgold Corp 2020 (A1G9YS) – 6,75 Prozent Fix-Kupon bei halbjährlicher Zahlung; Auch hier gibt es eine Make Whole Call Option (US- Treasury + 0,5%) des Emittenten bis zum 01.10.2016. Ferner ist die Anleihe kündbar ab dem 01.10.2016 zu 103,375%, ab dem 01.10.2017 zu 101,688%, ab dem 01.10.2018 zu 100,000%

Grund: Bei dem Emittenten handelt es sich um einen mittelgroßen kanadischen Goldproduzent mit 5 Goldminen in Suriname, Quebec, Burkina Faso und Mali. Dazu kommt eine Niobium Mine in Quebec sowie mehrere Entwicklungsprojekte, wovon Westwood in Quebec als nächstes in Produktion gehen wird (voraussichtlich Ende 2014). Die Risiken bei solch einem Investment liegen natürlich in der zukünftigen Entwicklung des Goldpreises sowie der entsprechenden Förderkosten. Dieses Risiko wird mit einer Rendite von aktuell rund 9 Prozent „vergütet“, dennoch habe ich nur einen Depotanteil von 0,5 Prozent hier investiert. Eine gute Analyse zum Unternehmen (Kostensituation etc.) findet ihr hier.

Anleihen unter Beobachtung:

Erste Finance (A0D0CZ) – 5,25% Hybridpapier (perpetual) der Erste Bank AG, seit 23.09.2010 jährlich zu 100% kündbar

Grund: Nach der Verlustmeldung Anfang Juli (Nettoverlust von EUR 1,4-1,6 Mrd für 2014) ist es wieder „ruhiger“ geworden. Letzte Woche hat Moodys die Bonitätsnote für langfristige vorrangige unbesicherte Schulden von Baa1 auf Baa2 zurückgenommen. Die Anleihe notiert (nach einem kurzen Einbruch Anfang August) weiterhin zw. 93 und 94 Prozent. In knapp 14 Tagen erfolgt die Zinszahlung für 2013/14. Für mich momentan weiter eine Halteposition.

Venezuela 2015 (A0D0CZ) – 7 Prozent Fix-Kupon, Restlaufzeit noch 6 Monate

Grund: Die Wolken über Venezuela verdunkeln sich weiterhin. Die Inflation steigt, die Fremdwährungsreserven (Reservas) der Zentralbank betragen noch rund 20 Mrd. USD. Nächster Prüfstein wird anstehende die Rückzahlung einer 1,5 Mrd. USD schweren Anleihe (A0DDU8) am 8. Oktober diesen Jahres. Ferner stehen im Oktober weiterer Rückzahlungen in Milliardenhöhe durch die staatliche Ölgesellschaft an. BNP Paribas SA „trommelt“ zum Einstieg … Rückblickend ärgere ich mich, dass ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und zu 98 Prozent verkauft habe. „Los Wochos“ gibt es in Venezuela immer mal wieder und ein Rückkauf zu derzeitigen Kursen hätte die Renditeaussichten (rund 20 Prozent) entsprechend vergrößert. Auf Grund der kurzen Restlaufzeit, der bisher guten Zahlungshistorie sowie der erneuten Bekenntnis des Regierungschefs die Rückzahlungen im Oktober zu leisten halte ich die Anleihe weiter – habe jedoch den Finger am Abzug sollte eine Rückzahlung verschoben werden oder gar ausfallen.

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