Blogparade „Passives Einkommen“

Frisch aus dem Urlaub zurück, wollte ich eigentlich gleich eine Buchrezension zu Christopher Kleins (*) neuem Buch „Nine-to-five muss nicht sein …“ schreiben, in dem es um das Thema passives Einkommen geht.

Doch dann bin ich beim Lesen meiner diversen Blogger-Newsletter auf die Blogparade von Vincent von freakyfinance.net gestoßen. Wie es anders nicht sein könnte, geht es in dieser Blogparade rund um das Thema „Passives Einkommen“. Sie begleitet den Relaunch des Online-Kongresses von Eva Abert zum gleichen Thema.

Mein passives Einkommen ruht im wesentlichen auf 2 Säulen – meinem Anleihendepot und meinen Verkaufaktivitäten auf Amazon & Co. Daneben beschäftige ich mich natürlich auch ein wenig mit P2P Lending. (wer hierzu etwas mehr lesen möchte, sollte sich den Betrag zur Blogparade vom Finanznarr anschauen). Immobilien habe ich (bis auf einen geerbten halben Hektar Acker und Wiese) bisher nicht am Start. In wie weit meine beiden Hauptsäulen wirklich „passiv“ sind möchte ich euch im Folgenden aufzeigen:

Passives Einkommen –Säule 1 – das Anleihendepot

Im Gegensatz zu den vielen Dividendeninvestoren in unserem Lande tummeln sich in meinem Wertpapierdepot (neben den üblichen ETF-Vedächtigen) hautsächlich Anleihen. Anleihen haben im Gegensatz zu Dividendenaktien eine klar definierte Verzinsung mit einem hinterlegten Zahlungsplan. Der Cashflow im Zeitverlauf ist für den geneigten Investor also jederzeit ersichtlich. Wer mehr zum Thema Investitionen in Anleihen und die damit verbundenen Chancen und Risiken wissen möchte, dem empfehle ich meine Artikelserie „Basiswissen Anleihen“.

Doch wie passiv ist das Einkommen aus einem Anleihendepot denn nun tatsächlich? Das Depot beim Online-Broker des Vertrauens ist schnell eröffnet und kostet somit nur einmalig Zeit. Für die monatliche Befüllung des zugehörigen Verrechnungskontos sorgt der einmal eingerichtete Dauerauftrag vom Girokonto. Steht jedoch die erste Investmententscheidung an, wird es zeitlich spannend. In Zeiten niedriger Leitzinsen sinkt natürlich auch die Verzinsung der Anleihen.

Je nach gewünschter Renditeerwartung ist jedes Investment mit einer mehr oder weniger intensiven Recherche verbunden. Bei Unternehmensanleihen gilt es Anleihenbedingungen (mindestens in Teilen) zu lesen und das zugehörige Geschäftsmodell und die hiermit verbundenen Risiken zu kennen. Wer in Staatsanleihen z.B. aus Südamerika (z.B. Venezuela, Argentinien, etc.) investiert, sollte sich mit den politischen Gegebenheiten des jeweiligen Landes auseinander setzen und sich mit dem Thema Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit des einzelnen Schuldners befassen.

In Anlehnung an den Fußball, gilt auch hier: nach dem Investment ist vor dem Investment. Sprich man sollte ein einmal getätigtes Investment nicht zwingend unbeobachtet lassen. Je nach Risikokategorie muss man einzelne Anleihen mehr oder weniger eng überwachen umso z.B. einem möglichen Zahlungsausfall zeitnah entgegenzuwirken. Alles in allem „beschäftige“ ich mich durchschnittlich pro Woche rund 8-12h mit meinem Depot.

Zwischenfazit: der Grad der Passivität des Einkommens ist in Abhängigkeit der gewünschten Rendite stufenlos einstellbar. Wer z.B. nahezu ausschließlich in Bundesschatzbriefe o.ä. investiert, muss aktiv in seinem Depot nicht wirklich viel tun. Allerdings braucht es bei der derzeitigen Verzinsung auch ein sehr großes Vermögen um hiermit seinen monatlichen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Passives Einkommen –Säule 2 – Produktverkauf

Neben meinem Anleihen Depot hege und pflege ich mein Amazon Warenlager. Ich verkaufe hier überwiegend gebrauchte Bücher, Brettspiele, CDs und ein paar Schallplatten. Die Verkaufsaktivitäten unterteilen sich in:

  1. Beschaffung der Ware,
  2. Erstellung des Angebots (Listing)
  3. Versand an Amazon
  4. Verkaufsabwicklung und Versand an den Kunden

Es handelt sich hierbei um ein klassisches Arbitragegeschäft – der Gewinn liegt im Einkauf. Die Margen sind sehr hoch, das Risiko sehr gering, aber ihr ahnt es schon, passiv ist das Ganze natürlich nicht 😉

Im Passivitätscheck fallen die Aktivitäten 1-3 natürlich glatt durch, da man entsprechend aktiv sein muss, um die Ware zu beschaffen (z.B. Bibliotheken oder Gebrauchtbuchhandlungen aufsuchen, Bücher sichten etc.). Mit anderen Worten „je mehr man sich aktiv reinhängt umso mehr Ware kommt bei rum“ … Das Angebot erstellt sich leider auch nicht von allein – wenn gleich man nach Eingabe der ISBN Nummer nur noch den Zustand des Buches und den Verkaufspreis festlegen muss. Der Versand an Amazon gestaltet sich jedoch recht einfach. Alles in einen großen Karton „schmeißen“ und ab die Post.

Zwischenfazit: Der einzige echte passive Teil dieses Einkommens ist bei mir bisher die Lagerung der Ware und der Versand an den Kunden sowie die Betreuung möglicher Rücksendungen. Denn das macht (natürlich gegen Gebühr) alles Amazon für mich.

Perspektivisch kann man diese Einkommensquelle (wenn man amerikanischen Blogs Glauben schenken darf) nahezu fast vollständig passivieren. Denn machen wir mal den Outsourcing Check. Buchbeschaffung lässt sich (nach entsprechendem Training der Leute) outsourcen. Gleiches gilt für Listing und Versand an Amazon.

Man selber ist dann wie der gute Tim Ferriss in seiner 4 Stunden Woche nur noch mit der Überwachung und Steuerung des Geschäfts betraut. Nachdem ich den Beitag von Lars Wrobbel zur Blogparade zum Thema „self publishing“ gelesen habe, wächst in mir die Lust hierüber ein entsprechendes Buch für den deutschsprachigen Markt zu veröffentlichen.

Fazit:

Es ist möglich sich ein entsprechendes „passives Einkommen“ aufzubauen. Hierzu bedarf es in aller Regel eine entsprechend aktive Phase, verbunden mit „Blut, Schweiß und Tränen“. Befindet man sich in der „Erntephase bedarf es dennoch von Zeit zu Zeit aktiver Arbeit, um den „passiven Geldstrom“ auch in Zukunft aufrecht zu erhalten.
Zu einer ähnlichen Meinung gelang auch Lars Hattwig in seinem Betrag zur Blogparade – „von Zeit zu Zeit muss man sein System immer wieder mal warten“.

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Foto: © S. Hofschlaeger / pixelio.de

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