Änderungen in den Amazon FBA Gebühren

das Leben im FBA Schlaraffenland könnte so schön sein, wenn nur die „blöden“ Gebühren nicht wären. Und nun setzt Amazon noch eins drauf und erhöht (wie mehrfach angekündigt) die Gebühren. Gerade aus Sicht eines Gebraucht-Buch-Verkäufers muss man sich jetzt fragen – lohnt sich das ganze denn noch? Welche Alternativen gibt es gegebenenfalls? Ist der Eigenversand der neue (gebührentechnische) Königsweg? Sollte man auf andere Plattformen ausweichen? Fragen über Fragen – doch schauen wir uns die (kommenden) Änderungen zunächst im Überblick an.
Amazon hat an 4 FBA Gebührenschrauben gedreht.

  1. Erhöhung der FBA Versandgebühren für Medienprodukte (Wegfall der bisherigen Vergünstigungen) ab August 2017
  2. Erhöhung der monatlichen FBA Lagergebühren ab Juli 2017
  3. Langzeit-Lagergebühren werden für jede eingelagerte Einheit erhoben das bisher gewährte eine „Freiexemplar“ fällt weg
  4. bereits Mitte April trat eine Erhöhung der Gebühr für die NICHT-Teilnahme am „Programm Mitteleuropa“ in Kraft

Doch was bedeutet das nun im Detail für uns Gebraucht-Buch-Verkäufer?

Erhöhung der FBA Versandgebühren

Die Angleichung der bisher vergünstigten Versandkosten an die Versandkosten der übrigen Produkte trifft uns Gebraucht-Buch-Verkäufer sicherlich am härtesten. Amazon verschickt den Großteil der Bücher als Standard- bzw. als Großbrief. Schwerere Bücher (Fachbücher oder Bildbände) werden als Standardpaket verschickt. In der folgenden Tabelle könnt ihr die Auswirkungen der Gebührenerhöhung für gängige Buch(gewichts)klassen ablesen.

Gewichtsklasse EURO (netto) bis 31.07.2017 EURO (netto) ab 1.08.2017 Differenz in EURO Differenz in Prozent
Taschenbuch

Gewicht 251 – 500g Standardbrief

1,26 1,94 0,68 54
Hardcover

Gewicht 501 – 1000g Großbrief

1,72 2,32 0,60 35
Fachbuch

Gewicht 1501 – 2000g Standardpaket

2,65 3,17 0,52 20
Bildband

Gewicht 3001 – 4000g Standardpaket

3,87 4,20 0,33 9

Wie ihr sehen könnt, müssen die leichtgewichtigen Taschenbücher die größte Last im Rahmen der Gebührenerhöhung tragen. Je schwergewichtiger die Bücher werden umso geringer schlägt die Gebührenerhöhung ins Kontor. Wer überwiegend Taschenbücher mit einem VK von 10 Euro und drunter im Verkauf hat, wird ab August um einiges weniger im Portemonnaie haben.

Erhöhung der monatlichen FBA Lagergebühren

In Abhängigkeit vom Volumen in Kubikmetern der eingelagerten Bücher erhebt Amazon eine monatliche Lagergebühr. Der Preis pro Kubikmeter ist saisonabhängig. Für die Nebensaison (Januar – September) steigt der Kubikmeterpreis von 12,50 Euro auf 20 Euro. In der Hauptsaison (Oktober – Dezember) steigt der Preis von 18 Euro auf 28 Euro. Prozentual auch ganz schön happig.

Allerdings trifft uns Gebraucht-Buch-Verkäufer diese Erhöhung nicht so stark, da der Großteil der Bücher nicht groß und sperrig ist.

Für Taschenbücher ergeben sich faktisch keine Änderungen. Der Preis bleibt bei 1 Cent pro Monat. Für umfangreichere Fachbücher und Bildbände steigt der Preis um 2 bis 3 Cent je Monat. Hochgerechnet auf 1 Jahr ergibt das eine Erhöhung von 12 bis 36 Cent. Das ist angesichts des höheren Verkaufspreises m.E. vernachlässigbar.

Langzeit-Lagergebühren für jede eingelagerte Einheit

Ganz anders schaut es da schon im Hinblick auf die Langzeitlagergebühr aus. Bisher war jeweils eine eingelagerte Einheit je ASIN hiervon befreit. Als Gebraucht-Buch-Verkäufer war das somit in der Vergangenheit eine vernachlässigbare Größe, da die wenigsten von uns 2 oder mehr Einheiten vom selben Buch im FBA Lager haben.

Ab August entfällt jedoch diese Ein-Produkt Ausnahme. Für Artikel die länger als 6 Monate lagern beträgt der Lagerpreis 500 Euro pro Kubikmeter und für Artikel die länger als 12 Monate lagern 1.000 Euro pro Kubikmeter.

Das klingt natürlich auf den ersten Blick ganz schön heftig. Doch schauen wir uns das mal für ein normales Taschenbuch aus meinem Bestand an. Nach mehr als 6 Monaten zahle ich 24 Cent und nach mehr als 12 Monaten zahle ich 48 Cent „Strafe“. Bei größeren Fachbüchern bzw. Bildbänden fällt die „Strafe“ nach mehr als 6 Monaten mit 1,33 Euro bzw. nach mehr als 12 Monaten mit 2,66 Euro entsprechend höher aus.

Auch hier trifft es den „9,95 Euro“ Taschenbuchverkäufer wieder am härtesten.

Gebühr für die NICHT-Teilnahme am „Programm Mitteleuropa“

Wer seine Bücher nur in Deutschland lagert und nicht auch zusätzlich in Polen und Tschechien (Programm Mitteleuropa) der zahlt seit Mitte April für Logistik „Made in Germany“ einen Aufpreis von 50 Cent je verkauftem Buch. Wie könnte es anders sein, sind auch hier wieder die Taschenbuchverkäufer besonders hart von betroffen.

Diese Preiserhöhung bzw. diesen Preiszuschlag kann man jedoch per Mausklick abstellen – ihr müsst nur dem Programm Mitteleuropa beitreten 😉 . Allerdings ergeben sich dadurch umsatzsteuerliche Konsequenzen, die ihr euch am besten von eurem Steuerberater erklären lassen solltet. Der hierdurch zusätzlich entstehende Verwaltungs- und Beratungsaufwand lohnt sich jedoch erst ab entsprechend höheren Verkaufszahlen (man liest immer wieder was von mehr als 500 verkauften Büchern pro Monat).

Fazit

Bücher via FBA zu verkaufen ist definitiv teurer geworden. Die Kostenerhöhung macht sich insbesondere im Bereich der „9,95 Euro“ Taschenbücher stark bemerkbar. Man sollte nun aber nicht gleich den Kopf in den Sand stecken und komplett auf Eigenversand umstellen.

Selektiv kann das sicher eine Option sein. Ferner sollte man darüber nachdenken seine Bücher parallel bei anderen Plattformen zu listen umso die Verkaufswahrscheinlichkeit und Verkaufsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Im kommenden Blogbeitrag werde ich mir die Thematik mal für ein paar ausgewählte Praxisbeispiele anschauen …

© 2017, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

Werbung

2 Comments

  1. Nina 13. Juli 2017
    • Geldsack Geldsack 17. Juli 2017

Leave a Reply