8.703 Euro Kosten für ein Girokonto?!

Das gute alte Girokonto. Jeder braucht es, (nahezu) jeder hat es. Manche Menschen (mich eingeschlossen) haben sogar mehrere Girokonten 😉 . Für „junge Menschen“ bieten die Banken und Sparkassen das Girokonto nahezu flächendeckend kostenlos an. Das macht aus Sicht der Kreditinstitute auch Sinn, denn damit „bindet“ man die Kunden von morgen an das eigene Institut. Denn zum Girokonto kommt (in aller Regel) irgendwann noch ein Wertpapierdepot oder gar eine Baufinanzierung hinzu – was bares Geld in Form von Provisionen und Kreditzinsen für die Bank bedeutet.

Doch spätestens mit 27 Jahren (für die Nichtstudenten teilweise auch schon früher) ist bei den meisten der klassischen Filialbanken Schluss mit Lustig. Für das Girokonto wird plötzlich ein monatlicher Obolus erhoben.

Was kostet ein Girokonto pro Monat?

Die Kosten variieren von Institut zu Institut. Ferner kommt es auf das berühmte Kleingedruckte an – sprich was für Leistungen sind in der monatlichen Pauschale enthalten und welche werden abgerechnet. Meine eigene kleine Webrecherche hat eine Gebühren-Spannbreite zwischen 2,- und 15,- Euro pro Monat ergeben.

„Mein“ günstigster Anbieter war die Sparkasse Berlin.  Hier gibt es „Das Girokonto“ bereits ab 2,- Euro im Monat – sofern man alles online macht. Nutzt man die Kontoservice-Terminals in der Filiale kostet jede Überweisung 60 Cent extra. Wer neben seiner EC-Karte noch eine Kreditkarte haben möchte darf hierfür nochmal 3,- Euro im Monat extra berappen.

Bei den Privatbanken kostet das „Standard-Girokonto“ monatlich rund 5,- Euro (z.B. Deutsche Bank).  Auch hier kostet die Kreditkarte in aller Regel noch einmal 2,50 Euro zusätzlich im Monat.

Mit ein bisschen hier und da, sprich Nutzung der Filialstruktur, Papierüberweisung, Kreditkarte etc. sind aber auch bis zu 15,- Euro im Monat (Hypovereinsbank) möglich.

Ach die paar Euro im Monat … Grundsätzlich gebe ich Euch ja Recht. 2,- Euro sind nicht viel Geld. Aber jeden Monat 2,- Euro, 7,50 Euro oder gar 15,- Euro das läppert sich über die Jahre zu einem netten Sümmchen zusammen.

Girokonto Kosten für 30 Jahre

Ich wollte es natürlich mal wieder genauer wissen und habe daher eine Langzeitstudie über 30 Jahre durchgeführt 😉 . Folgender Versuchsaufbau liegt der Studie zu Grunde:

Fall 1: Girokonto und Kreditkarte zum Sparpreis von 5,- Euro im Monat

Fall 2: Girokonto und Kreditkarte bei der Privatbank für solide 7,50 Euro im Monat

Fall 3: Girokonto und Kreditkarte im Rundum-Sorglos-Paket für nur 15,- Euro im Monat

Zahlt man nun 30 Jahre lang brav seinen monatlichen Obolus an die Bank, summiert sich das wie folgt auf:

  Fall 1 Fall 2 Fall 3
Gebühren für 30 Jahre = 360 Monate 1.800,- Euro 2.700,- Euro 5.400,- Euro

Nicht schlecht, was da in 30 Jahren alles so zusammen kommt. Berücksichtige ich jetzt noch die entgangenen Zinsen inklusive Zinseszinsen (von sagen wir mal 3 Prozent p.a.) sieht das Ganze noch dramatischer aus:

  Fall 1 Fall 2 Fall 3
Gebühren für 30 Jahre = 360 Monate 1.800,- Euro 2.700,- Euro 5.400,- Euro
Zinsen für 30 Jahre 1.101,- Euro 1.651,- Euro 3.303,- Euro
Summe 2.901,- Euro 4.351,- Euro 8.703,- Euro

Fazit

Wie sagt der Volksmund so schön – Kleinvieh macht auch Mist. Unter Berücksichtigung von Zins- und Zinseszins werden aus 15,- Euro monatlich fast 9 TEUR. Von daher sollte sich jeder überlegen, ob er für sein Girokonto nebst Kreditkarte wirklich jeden Monat die paar Euro an seine Bank „abdrücken“ möchte. Ein kostenloses Girokonto inkl. Kreditkarte gibt es sowohl bei den Onlinebanken (ING DiBa, DKB) als auch bei den klassischen Filialbanken (Commerzbank, Postbank). Also auf geht’s, Girokonto wechseln marsch, marsch 😉

Welches Girokonto nutzt Ihr? Welche Abenteuer habt Ihr beim Girokontowechsel erlebt? Freue mich auf Eure Kommentare.

© 2016, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

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4 Comments

  1. Finanzielle Freiheit 9. Juli 2016
    • Geldsack Geldsack 11. Juli 2016
  2. girokonto.one 5. August 2016
    • Geldsack Geldsack 9. August 2016

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