6 „heikle“ Geld-Themen und wie ihr damit umgehen könnt

Wie heißt es doch so schön: „über Geld redet man nicht!“ Aus meiner Sicht ist das eine überholte Vorstellung aus dem letzten Jahrhundert. Daher geht es im heutigen Blogbeitrag (natürlich) ums liebe Geld. Genauer gesagt um den Umgang mit Geld im zwischenmenschlichen Bereich. Im Folgenden findet ihr Szenarien, die der eine oder andere im Freundeskreis bzw. in der Familie so oder ähnlich eventuell schon einmal erlebt hat.

1. Essen gehen mit Freunden

Ihr seid Vegetarier und bestellt nur Wasser und einen Salat. Alle anderen bestellen Wein und ein Steak. Beim Bezahlen ist es im Freundeskreis Usus die Rechnungssumme durch die Anzahl der „Esser“ zu teilen. Was könnt ihr tun, um nicht übervorteilt zu werden?

Ganz einfach – ihr solltet das Thema im Freundeskreis ansprechen und eine andere Aufteilung der Rechnungssumme vorschlagen.

Hierzu fallen mir folgende Möglichkeiten ein:

  • jeder zahlt (wie sicherlich üblich) seine Getränke & sein Essen selber
  • nur ihr zahlt separat, die anderen teilen sich die restliche Summe nach Köpfen
  • jeder ist mal dran, sprich jeder zahlt reihum die komplette Rechnung

2. Einladung zu Hochzeiten, etc. die mit entsprechendem „finanziellen Engagement“ verbunden sind

So schön diese Feierlichkeiten auch sind – sie können ganz schön ins Geld gehen. Ich erinnere mich noch gut, als im Freundeskreis das Hochzeitsfieber ausgebrochen war. Da hatten wir in einem Jahr das Vergnügen auf 4 Hochzeiten zu tanzen. Neben dem eigentlichen (Geld)Geschenk kommen in aller Regel noch Kosten für Anreise und Übernachtung hinzu.

Was also tun, wenn ihr nicht so viel Geld habt bzw. ausgeben möchtet?

Als erstes sollte ihr euch überlegen, ob euch die Feierlichkeit wirklich wichtig ist. Sofern dem so ist, sprecht ganz einfach mit euren Freunden / mit eurer Familie darüber, warum ihr euch die Teilnahme an der Feierlichkeit finanziell nicht leisten könnt oder wollt. Wenngleich letzteres nicht immer auf Verständnis treffen wird, lässt sich in finanziellen Engpasssituationen fast immer eine Lösung finden.

Wer keinen „vor den Kopf stoßen“ möchte, der kann natürlich auch einfach mit dem Hinweis auf „Terminkonflikte“ absagen. Wer einen Job mit entsprechender Reisetätigkeit hat ist hier natürlich im Vorteil 😉 …

3. Wie teuer dürfen die Geschenke sein, bzw. wie viel Geld gibt man?

Wie der Rechtsanwalt meines Vertrauens immer sagt: „hier kommt es natürlich auf den Einzelfall an“. Als erstes auf eure persönliche Finanzsituation. Als Student mit Bafög und Nebenjob hat man natürlich weniger „freie Finanzmittel“ als ein DINKi-Pärchen.

Als zweites solltet ihr überlegen, wie nahe ihr dem zu Beschenkenden steht bzw. wie wichtig euch diese Person ist. Je wichtiger /näher einem der Beschenke ist, umso mehr sollte man geben. So wird man innerhalb der Familie sicherlich mehr geben als im Freundeskreis.

Als dritten Punkt solltet ihr berücksichtigen, ob neben dem Geschenk noch weitere Kosten (Anreise, Übernachtung, etc.) auf euch zukommen. Und natürlich hilft auch hier – redet darüber.

Sprecht mit anderen Gästen (z.B. anderen Freunden) wieviel Geld diese geben. So liegt z.B. in unserem Freundeskreis der Geldbetrag je erwachsenem Hochzeitsgast bei 50,- Euro. Alternativ könnt ihr euch (in Einzelfällen) auch mit anderen zusammenschließen und ein gemeinsames Geschenk / Gutschein machen. Die Kosten hierfür werden dann einfach durch die Anzahl der Schenkenden (mit oder ohne Kinder) geteilt).

4. Spenden für den „guten Zweck“ sammeln

Ihr wollt, dass Freunde und Familie einen Verein, ein soziales Projekt sprich eure Herzensangelegenheit finanziell unterstützen? Dann scheut euch nicht davor sie diesbezüglich anzusprechen. Allerdings sollte ihr das nicht zu häufig tun (maximal einmal im Jahr) und nicht traurig / beleidigt sein, wenn ihr kein Geld bekommt.

Nicht jeder kann oder möchte sich für eure Sache engagieren. Persönlich finde ich es immer besser dort Geld zu spenden, wo man (nahezu) sicher sein kann, dass die Spenden auch zweckgebunden eingesetzt werden. Gerade dann, wenn ihr aktiv in dem Verein / dem sozialen Projekt mitarbeitet und dabei die Verwendung der Spendengelder entsprechend „steuern“ könnt, stehen eure Chancen auch tatsächlich die eine oder andere Spende zu erhalten nicht schlecht.

5. Geld (ver)leihen

Bei „Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf“. Entsprechend delikat kann solch ein Gespräch natürlich im Freundes- aber z.T. auch im Familienkreis sein.

In erster Linie kommt es sicherlich darauf an, warum bzw. wofür ihr das Geld braucht. Nicht jeder ist z.B. bereit (teilweise) eure grandiose Geschäftsidee zu finanzieren oder euch wenn am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist einen entsprechenden Überbrückungskredit zu geben. Folglich solltet ihr je nach „Finanzierungsgrund“ euren potentiellen Geldgeber mit Bedacht wählen.

Weiterhin solltet ihr mit offenen Karten spielen und nichts verheimlichen – sprich alle Risiken benennen. Sofern es sich um größere Summen handelt, solltet ihr das Ganze (auch innerhalb der Familie) schriftlich fixieren (wann ist das Geld zurückzuzahlen, Zinsen, Sicherheiten, …).

Und auch hier gilt nicht traurig / beleidigt sein, wenn ihr kein Geld bekommt.

Sofern ihr um Geld angepumpt werdet sollte ihr euch den Grund hierfür natürlich auch genau anschauen und euch immer fragen, was ist wenn ich das Geld nicht wiederbekomme? Kann / will ich mir das leisten? Was passiert dann mit unserer Freundschaft? Und immer auf das „Bauchgefühl“ hören und auch (in der Familie) mal nein sagen!

6. geliehenes Geld wieder „eintreiben“

Okay der „Ernstfall“ ist eingetreten. Ihr habt Geld verliehen und es (noch) nicht wieder zurückbekommen.

Keine Panik – zunächst sollte ihr für euch die 3 H’s beantworten. Das erste H steht für Hausnummer – wer (Freunde, Familie, Nachbar, Arbeitskollegen, etc.) schuldet euch Geld? Das zweite H steht für Höhe – um wieviel Geld geht es im Einzelfall? Das dritte H steht für Häufigkeit – wie oft habt ihr schon von dieser „Hausnummer“ eurer Geld nicht zurückbekommen?

In Abhängigkeit eurer Antworten solltet ihr eure nächsten Schritte festlegen. Schuldet euch z.B. euer bester Freund / beste Freundin 5 Euro und hat er / sie bisher immer alles zurückgezahlt, könnt ihr das Ganze auf sich beruhen lassen. Anders sieht es aus, wenn ihr z.B. von einem notorisch klammen Familienmitglied häufiger Kleinbeträge nicht zurückbekommt. Hier solltet ihr denjenigen bzw. diejenige auf jeden Fall ansprechen und wenn es sich nicht bessert zukünftig einfach kein Geld mehr verleihen.

Ähnlich verhält es sich im Kollegenkreis. Auf jeden Fall gilt es den Kollegen / die Kollegin auf „seine Schulden“ anzusprechen. Sofern ihr euer Geld zurückbekommt okay, wenn nicht solltet ihr es als Lehrgeld verbuchen und euch deswegen nicht bis aufs Blut streiten – schließlich wollt / müsst ihr jeden Tag miteinander arbeiten. Allerdings würde ich an solche „Hausnummern“ auch kein Geld mehr verleihen.

Ob es in Einzelfällen (insbesondere innerhalb der Familie) angebracht ist, das Geld mit Hilfe eines Anwalts einzutreiben, muss jeder für sich entscheiden.

Welche Tipps habt ihr noch für obige Situationen? Welche „heiklen“ Geld-Themen fallen euch noch ein? Ich freu mich auf eure Kommentare!

© 2016, Anton @ finanzielle-freiheit-passives-einkommen.eu All rights reserved.

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2 Comments

  1. Christoph 29. Juli 2016
    • Geldsack Geldsack 9. August 2016

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